Vielerorts gilt die Höchste Gefahrenstufe
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Vielerorts gilt die Höchste Gefahrenstufe

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Trockenheit sorgt für sehr hohe Waldbrandgefahr in Bayern

Wegen der Hitze und Trockenheit der vergangenen Tage herrscht in weiten Teilen Bayerns derzeit eine hohe oder sogar sehr hohe Waldbrandgefahr. Große Vorsicht in den Wäldern ist deshalb angebracht. Folgende Gebiete sind besonders betroffen.

Über dieses Thema berichtet: Abendschau - Der Süden am .

Wenig Regen und hohe Temperaturen: Dieser Wettermix sorgt in vielen Teilen des Freistaats für eine große Waldbrandgefahr. Gemäß dem in fünf Stufen eingeteilten Waldbrandgefahrenindex herrscht praktisch im ganz Bayern mindestens eine mittlere Waldbrandgefahr (Stufe 3), vielerorts gelten jedoch die Warnstufen 4 und 5, das heißt, es besteht eine hohe oder sehr hohe Waldbrandgefahr.

Waldbrandstufe 4 – Hohe Gefahr

Bei Waldbrandstufe 4 bleiben die Wälder in der Regel frei zugänglich, damit Waldbesucher einen möglichen Brand melden können. Es ist jedoch möglich, dass Parkplätze und Orte im Wald, die Touristen anziehen, gesperrt werden. Bei dieser Waldbrandstufe sollten Sie nur erkennbare Waldwege benutzen.

Stufe 4 (hohe Waldbrandgefahr) gilt aktuell bei den Stationen Bad Königshofen, Kahl/Main, Lohr-Halsbach/Main, Bamberg, Tirschenreuth-Lodermühl, Neustadt-Filchendorf am Kulm, Kitzingen, Weiden, Pommelsbrunn-Mittelburg, Nürnberg-Netzstall, Schwandorf, Weidenbach-Weiherschneidbach, Roth, Schorndorf-Knöbling, Regensburg, Eichstätt-Landershofen, Metten, Kösching, Straubing, Grainet-Rehberg, Saldenburg-Entschenreuth, Donauwörth-Osterweiler, Ingolstadt, Elsendorf-Horneck, Gottfrieding, Landshut-Reithof, Fürstenzell, Günzburg, Augsburg, Freising-Dürnast, München (Flughafen), Neuburg/Kammel-Langenhaslach, Mühldorf, Simbach/Inn, Maisach-Galgen, Amerang-Pfaffing, Memmingen, Chieming, Kaufbeuren-Oberbeuren, Rosenheim, Siegsdorf-Höll, Altenstadt, Hohenpeißenberg, Reit im Winkl und Bad Kohlgrub.

Ausgedehnte Waldareale mit einer "hohen" Waldbrandgefahr liegen somit einmal mehr im traditionell eher regenarmen Franken, aber auch in Schwaben, Oberbayern und Niederbayern sind große Flächen betroffen.

Waldbrandstufe 5 – Sehr hohe Gefahr

Bei Waldbrandstufe 5 dürfen Wälder gesperrt werden, dann müssen Besucher auf Waldspaziergänge verzichten, da schon ein winziger Funke eine Katastrophe auslösen kann. Kommunen dürfen außerdem weitere Vorschriften erlassen und etwa das Nutzen einer Feuerschale bei dieser Waldbrandstufe oder auch das Grillen untersagen.

Die Warnstufe Stufe 5 gilt derzeit bei den Stationen Gräfenberg-Kasberg, Möhrendorf-Kleinseebach, Nürnberg (Flughafen), Markt Erlbach-Hagenhofen, Amberg-Unterammersricht, Oberviechtach, Kümmersbruck, Rothenburg ob der Tauber, Feuchtwangen-Heilbronn, Parsberg-Eglwang, Lechfeld, Trostberg, Wielenbach, Attenkam und Piding.

Hier liegt der Schwerpunkt der Warngebiete noch eindeutiger in Franken, aber auch in Arealen Südbayerns besteht eine eine sehr hohe Waldbrandgefahr, besonders in Alpennähe.

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In weiten Gebieten des Freistaats ist die Waldbrandgefahr derzeit sehr hoch, wird aber in den kommenden Tagen nachlassen.

Generell gilt: Jeder Funke ist einer zu viel!

Ungeachtet der geltenden Warnstufe, die ohnehin fast überall mindestens bei 3 liegt, sollte man in der aktuellen Situation generell dazu beitragen, die Gefahr eines Waldbrandes so gering wie möglich zu halten. Dabei können Sie durch das Beachten der folgenden Regeln helfen:

  • Kein offenes Feuer oder Grillen im Wald oder in Wald-Nähe. Waldränder sind besonders gefährdet: Wind und Sonne trocknen das Buschwerk und die am Boden liegenden Zweige und Blätter stärker aus als im Waldinneren.
  • Parken Sie im Wald nur auf ausgewiesenen Flächen. Halten Sie Zufahrten und Wege für Einsatzfahrzeuge frei.
  • Falls Sie einen Waldbrand entdecken: 112 rufen. Die ist kostenlos - und gilt übrigens in ganz Europa.

    34 Prozent aller Brände verursacht der Mensch

    Wie wichtig solche Vorsicht ist, zeigt die Statistik: Laut Bayerischer Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft werden im Freistaat rund 34 Prozent aller Waldbrände nachweislich von Menschen verursacht, entweder fahrlässig oder vorsätzlich durch Brandstiftung. Nur in circa 4 Prozent der Fälle werden natürliche Ursachen wie Blitzschläge angenommen. Für die restlichen 62 Prozent sind die Ursachen unbekannt, wobei auch hier in der überwiegenden Mehrheit menschlicher Einfluss angenommen wird.

    Grundsätzlich wächst die Waldbrandgefahr aufgrund der immer markanteren Hitze- und Trockensommer. Folglich ist in den letzten Jahrzehnten die Zahl der Tage mit hohem bis sehr hohem Waldbrandrisiko gestiegen.

    Die Zahl und Intensität der Brände nimmt allerdings nicht zu, was den Forstbehörden zufolge aber nicht als Entwarnung zu verstehen ist. Vielmehr wirke sich der Waldumbau hin zu laubwaldreicheren Mischbeständen positiv aus. Darüber hinaus erfolge im dicht besiedelten Mitteleuropa – im Gegensatz zu den weniger dicht besiedelten und infrastrukturell schwach bis kaum erschlossenen Gebieten wie in der russischen Taiga oder in Nordamerika – in der Regel eine schnelle Alarmierung.

    Beobachtungsflüge in Niederbayern angeordnet

    In vielen Regionen Bayerns wurden inzwischen Beobachtungsflüge gestartet, um Brände aus der Luft frühzeitig erkennen zu können. Heute hat auch die Regierung von Niederbayern erneut Beobachtungsflüge über dem Bezirk angeordnet, bei denen Spezialisten aus der Luft die besonders gefährdeten Gegenden inspizieren. Wie es in einer Mitteilung heißt, finden die Flüge in den Nachmittagsstunden zu den höchsten Gefährdungszeiten statt.

    Gestartet wird von den Stützpunkten der Flugbereitschaft Niederbayern der Luftrettungsstaffel Bayern in Arnbruck, Eggenfelden, Landshut und Vilshofen. Die jeweiligen Routen werden auf der Basis des tagesaktuellen Gefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes für Niederbayern festgelegt. Die Regierung appelliert auch hier dringend, in Waldgebieten äußerst vorsichtig zu sein und keinesfalls mit offenem Feuer zu hantieren oder zu rauchen.

    Wetterdienst erwartet Entspannung der Lage

    Eine Entspannung der jetzigen Gefahrensituation erwartet der Deutsche Wetterdienst für die kommenden Tage: Sinkende Temperaturen und vereinzelte Regenfälle werden den Prognosen zufolge dafür sorgen, dass das Waldbrandrisiko bis Mittwoch deutlich sinkt. Am Donnerstag dürfte es aber schon wieder verbreitet auf Stufe 3 ansteigen.

    Video Frankenschau-Aktuell: Schulung für Feuerwehr zu Waldbränden

    Nürnberger Waldbrand-Experte schult Feuerwehrleute
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    Thorsten Sprenger ist Experte auf dem Gebiet der Waldbrand-Bekämpfung und bildet Feuerwehrler in ganz Deutschland aus.

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