Trockenheit sorgt für geringe Ernte-Erträge in Unterfranken.
Bildrechte: BR/Alisa Wienand

Trockenheit sorgt für geringe Ernte-Erträge in Unterfranken.

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Trockenheit sorgt für geringe Ernte-Erträge in Unterfranken

Deutlich geringere Ernte-Erträge als im Vorjahr: Dafür sorgt die anhaltende Trockenheit dieses Jahr in Unterfranken. Betroffen sind alle Fruchtsorten, von Getreide bis hin zu Mais. Das Futter für Tiere wird knapp.

Mit seinem Schlepper gräbt Landwirt Jochen Klein ein Loch in seinen Acker in Werneck im Landkreis Schweinfurt. Große, trockene Erdklumpen kommen zum Vorschein. Er deutet auf die kleinen Wurzeln in einem Erdklumpen. "Hier sieht man, dass die Pflanzen nach unten wachsen und Wasser suchen, aber kein Wasser finden", sagt er. Der Boden werde immer dichter, wodurch es den Wurzeln immer schwerer falle in die Erde zu wachsen.

Der Ackerboden in Werneck zeigt die Folgen der anhaltenden Trockenheit und Hitze. In ganz Unterfranken ernten Landwirte dieses Jahr deutlich weniger als üblich.

Große Einbußen bei der Ernte

Jochen Klein hat dieses Jahr 20 bis 30 Prozent Einbußen bei der Getreideernte. Bei den Zuckerrüben sind es sogar 50 Prozent, vermutet er. Ähnlich geht es vielen Landwirten in Unterfranken. "Sie mussten dabei zuschauen, wie ihr Getreide auf dem Halm verdorrt", sagt Stefan Köhler, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands, bei einem Pressegespräch auf dem Hof in Werneck. Bis Mai sei laut Köhler alles gut gewesen. Ab dann habe es sehr wenig Regen gegeben. Auch punktuelle Gewitter brachten keine Entlastung. "Wir brauchen in den Wachstumszeiträumen Wasser. Und wenn das nicht kommt, dann kann nichts wachsen", sagt er.

Mais-Ernte sei eine "Katastrophe"

Als "Katastrophe" bezeichnet Stefan Köhler die diesjährige Mais-Ernte. Die Ernte hat bereits begonnen – und zwar vier Wochen zu früh: Die Maiskolben sind notreif geworden und dadurch sehr klein. Das hat laut Bauernverband zur Folge, dass wahrscheinlich nicht alle Tiere gefüttert werden können. "Wenn ich meine Tiere nicht ausreichend ernähren kann, dann muss ich meine Bestände auch teilweise reduzieren. Sprich: Tiere schlachten", sagte Stefan Köhler.

Bauernverband: "Mehl wird teurer"

Die geringen Ernte-Erträge sind vermutlich bald auch bei den Lebensmittelpreisen zu spüren. Die Preise sind bereits seit Beginn des Ukraine-Krieges gestiegen. Jetzt kommt in Unterfranken noch die Trockenheit dazu. "Mehl wird definitiv teurer werden", sagt Köhler. Wie groß der Preisanstieg letztlich ist, kann er nicht sagen.

Landwirte hoffen auf Regen

Unsicher ist auch, wie es mit dem Ackerbau in Unterfranken weitergeht. Eigentlich müssten die Landwirte jetzt die neue Saat ausbringen. Doch dafür braucht es Regen. Aktuell ist es laut Klein zu trocken, um auszusäen. Er hofft, dass es bald regnet, damit die Saat aufgehen kann. Doch um die Ernte auch für die nächsten Jahre zu sichern, brauche es mehr als nur die Hoffnung auf Regen, sagt Stefan Köhler: "Wir müssen uns an den Klimawandel anpassen. Und zwar in Form von Züchtungen und von Anbaumethoden. Das ist denke ich die Hauptaufgabe."

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Landwirt Jochen Klein und Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands Stefan Köhler begutachten den trockenen Ackerboden.

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