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Trockenheit: So wollen Bayerns Städte ihre Bäume retten | BR24

© BR/Tobias Brunner

Bewässerungssäcke in Straubing.

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    Trockenheit: So wollen Bayerns Städte ihre Bäume retten

    Patenschaften, Bewässerungssäcke und sogar Wasserwerfer: Wenn es darum geht, trockene Bäume und Pflanzen vor dem Hitze-Tod zu bewahren, ziehen Bayerns Städte und Gemeinden alle Register. Ohne die Hilfe der Bürger geht es aber nicht.

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    Aus manchen Teilen Bayerns war in diesem Sommer schon ein Hilferuf zu hören: "Bitte liebe Bürger, nehmt Gießkanne und Eimer in die Hand, helft Pflanzen und Bäumen!" In Erlangen oder in Taufkirchen bei München zum Beispiel hatte sich die Verwaltung an die Bevölkerung gewandt. Die Hitze war zu groß, die Natur zu trocken – jeder Tropfen Wasser hilft da.

    Würzburger Gärtner kommen kaum mit dem Gießen hinterher

    Für Gärtner ist es der sprichwörtliche Kampf gegen Windmühlen: Im Hofgarten der Würzburger Residenz etwa sind seit Mitte Juni drei Mitarbeiter fast täglich nur damit beschäftigt, Pflanzen und Beete zu gießen. Haben sie ihre Runde gedreht, können sie schon wieder von vorne beginnen, so viel Wasser braucht die Natur.

    Auch die Städte und Gemeinden kommen kaum mit dem Bewässern hinterher. Neben klassischen Gießfahrzeugen versuchen die Verwaltungen inzwischen auch, der Trockenheit mit neuen, kreativen Maßnahmen zu trotzen.

    Nürnberger übernehmen "Wässerpatenschaften"

    Nürnberg beispielsweise testet dieses Jahr erstmals sogenannte "Wässerpatenschaften". 50 Bürger erhalten dabei einen Schlüssel für öffentliche Hydranten, die sonst auch von der Feuerwehr genutzt werden. Mit einem Wasserzähler und dem passenden Schlauch können die Paten dann die öffentlichen Flächen in der Nähe gießen.

    "Die Patenschaften waren innerhalb von drei Tagen vergeben. Die Nachfrage war so groß, dass wir auch dreimal so viele anbieten hätten können", berichtet André Winkel vom Servicebetrieb Öffentlicher Raum der Stadtverwaltung. Nürnberg möchte nun erste Erfahrungen mit dem Projekt sammeln, um es gegebenenfalls in Zukunft auszuweiten.

    Immerhin ist es so möglich, mehr Bäume mit Wasser zu versorgen, als die städtischen Mitarbeiter alleine schaffen würden. Etwa 10.000 erreichen sie an heißen Tagen, vor allem in der Innenstadt, wo der Bedarf besonders groß ist. Im gesamten Stadtgebiet stehen aber insgesamt fast dreimal so viele: fast 30.000.

    Landshuter und Rosenheimer hängen Bewässerungssäcke an Bäume

    Andere Städte setzen inzwischen Bewässerungssäcke ein. Sie stehen unter anderem in Landshut und Straubing am Straßenrand, auch Augsburg und Rosenheim nutzen sie. Die Säcke werden an Bäumen festgebunden und fassen meist zwischen 60 und 80 Liter. Einmal mit Wasser befüllt, geben sie dieses gleichmäßig über Stunden durch kleine Löcher im Boden ab.

    Auch die Gemeinde Haar bei München hat nach der positiven Erfahrung mit zehn Säcken im vergangenen Jahr inzwischen auf 50 Stück aufgestockt. "Wir nutzen sie vor allem bei Bäumen mit wenig Substrat und dort, wo der Boden sehr verwachsen ist", erklärt Axel Brand, Leiter des Bauhofs. "Denn dort fließt das Wasser bei Gießfahrzeugen an der Oberfläche zu schnell ab."

    Nürnberger Wasserwerfer im Einsatz gegen die Trockenheit

    Wenn die Sonne aber zu stark wird, hilft an manchen Orten nur noch schweres Gerät: In Wunsiedel beispielsweise rückte erst vergangene Woche die Feuerwehr zum Gieß-Einsatz an. Die Tanks der Stadtgärtner waren einfach zu klein, um alle Bäume ausreichend zu versorgen. Auch in Bamberg rückte die Feuerwehr dieses Jahr schon aus.

    Nürnberg kann in solchen Fällen noch auf ein anderes Mittel zurückgreifen: die Wasserwerfer der Bereitschaftspolizei – sofern diese nicht für einen anderen Einsatz gebraucht werden. Im vergangenen Jahr waren die Fahrzeuge wegen der langen Hitze-Periode unterwegs, dieses Jahr sei es bislang noch ohne gegangen. Die Stadtverwaltung hofft, dass es auch erst einmal dabei bleibt.