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Trockenheit: Private Waldbesitzer schlagen Alarm | BR24

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Rund 100 private Waldbesitzer und Politiker haben sich in Scheßlitz bei Bamberg zu einem Krisengespräch getroffen. Anlass ist das Waldsterben aufgrund der Trockenheit. Die Waldbesitzer fordern unter anderem finanzielle Hilfe für die Aufforstung.

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Trockenheit: Private Waldbesitzer schlagen Alarm

Immer mehr ihrer Bäume sterben aufgrund der Trockenheit: Nun schlagen auch private Waldbesitzer Alarm. Sie fordern Hilfen von der Politik. Am Freitag trafen sich bei Bamberg etwa 100 Waldbesitzer, Interessierte und Politiker zu einem Krisengespräch.

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Immer mehr ihrer Bäume sterben aufgrund der Trockenheit. Nun schlagen auch private Waldbesitzer Alarm. Sie fordern Hilfen von der Politik. Am Freitag trafen sich etwa 100 Waldbesitzer, Interessierte und Politiker zu einem Krisengespräch in Schesslitz bei Bamberg.

Ideale Bedingungen für den Borkenkäfer

Patrick Hammerschmidt Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Bamberg zeigt ein Waldstück bei Schesslitz: "Hier sieht man eine Fichte, die trocken ist - man sieht eindeutig, wo die Rinde runtergefallen ist, das heißt, der Borkenkäfer ist aus dem Baum schon raus und hat die Nachbarbäume befallen."

Bei der Hitze und Trockenheit vermehrt sich der Borkenkäfer explosionsartig - eigentlich müssten die Waldbesitzer die befallen Bäume hinausschaffen - dazu sind sie sogar gesetzlich verpflichtet.

Es fehlt an Waldarbeitern und Maschinen

Aber weder Helfer noch Maschinen, also Harvester, seien zu bekommen momentan, sagt Waldbesitzerin Helga Ebitsch aus Poxdorf. Es gibt viel zu wenige Waldarbeiter für die großen Mengen Schadholz. Helga Ebitsch bleibt nichts anderes übrig, als es bei der Hitze selbst zu tun.

Baumsterben in bisher unbekanntem Ausmaß

Selbst wenn es regnet, die Böden sind zu trocken, um das Wasser aufzunehmen, sagt Patrick Hammerschmidt. Und er glaubt, die Spitze des Baumsterbens sei noch nicht erreicht. Betroffen sind nicht mehr nur Fichten und Kiefern, sondern etwa auch Lärchen und Buchen.

"So ein Ausmaß an Schädigungen ist mir nicht bekannt. Und wenn man mit alten Kollegen spricht, die 60, 65 und 70 Jahre alt sind - die haben so was auch noch nicht gesehen." Patrick Hammerschmidt

Wenn Waldbesitzer aufgeben, stirbt der Wald

Organisiert sind private Waldbesitzer unter anderem in den Forstwirtschaftlichen Vereinigungen in Bayern. Die haben inzwischen ein Positionspapier mit Forderungen an die Politik erarbeitet: Es braucht finanzielle Hilfen für das Aufräumen der toten Bäume und Hilfen beim Wiederaufforsten, sagt Jörg Ermert, Geschäftsführer der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Oberfranken.

"Wenn Sie jetzt ein Grundstück haben mit Wald drauf, dann trägt der Erlös aus dem Holz die Kosten nicht mehr, um das Holz abzutransportieren, und wenn die Waldbesitzer dann einfach aufgeben, dann wird in Zukunft da kein Wald stehen - das Grundstück wird verbuschen." Jörg Ermert

Große Teile Bayerns betroffen

Sollte eine CO2-Steuer kommen, fordern die Waldbesitzer außerdem einen CO2-Bonus: "Die Waldbesitzer könnten ja dafür, dass in einer Tonne Holz eine Tonne Co2 gebunden ist, auch entschädigt werden", meint Jörg Ermert. Der Schwerpunkt des Baumsterbens aufgrund der Trockenheit liege in Ober- und Unterfranken. Betroffen seien aber auch die Oberpfalz, Niederbayern und Mittelfranken.

Noch hat die Waldbesitzerin Helga Ebitsch nicht resigniert. Sie will weiter mit dem Borkenkäfer befallene Bäume aus dem Wald schaffen, um die anderen zu retten.

"Es hat immer geheißen: Der Wald ist die Sparkasse des Bauern, aber das ist er im Moment nicht mehr." Helga Ebitsch
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Eine wichtige Säule beim Klimaschutz ist die Forstwirtschaft. Um den Wald zu schützen, will die bayerische Staatsregierung möglichst viel aufforsten lassen. Auch die Waldbesitzer schlagen Alarm: Es gibt ein Waldsterben aufgrund der Trockenheit.