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Trinkwasserbrunnen in Riesen.
© BR / Lui Knoll

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Lui Knoll
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Trinkwasserbrunnen in Riesen.

Die Riesener lieben ihr Trinkwasser aus dem örtlichen Brunnen. Mit Erfolg haben sie sich 2014 ihr Wasser erkämpft. Jetzt sorgt eine neue Regelung für aufwändige Trinkwasser-Messverfahren für Ärger – und das könnte die Riesener auch ihr kostbares Wasser kosten.

Gemeinde ist stolz auf ihr eigenes Trinkwasser

Rund 100 Menschen in 20 Anwesen und 500 Kühe und Schafe leben vom Trinkwasser des Brunnens in Riesen im Gemeindebereich von Steingaden. Den Brunnen gibt es seit 1954. Die Bürger haben 1991 den Verein gegründet und sind stolz auf ihr eigenes Trinkwasser.

Gesundheitsamt fordert teure Messung

Das letzte Gutachten vom November bescheinigt beste Werte für alle Spurenelemente und Schadstoffe, die man in Wasser finden kann. Das Gesundheitsamt fordert eine teure langfristige Messung des Oberflächenwassers. Es ist gesetzlich dazu verpflichtet. Dagegen wehrt sich der Verein und klagt vor dem Verwaltungsgericht. Es wirft dem Freistaat Missbrauch der Trinkwasserverordnung und Behördenwillkür vor.

"Der Verein für sauberes Wasser rechnet sich Chancen aus, gegen den Freistaat Recht zu bekommen. Allerdings wird er nicht das Geld haben, um über mehrere Instanzen zu prozessieren. Einen Termin für den Prozess-Auftakt gibt es noch nicht." Sebastian Heidorn, Anwalt des Vereins für sauberes Wasser e.V.

Präzedenzfall für ganz Bayern?

Der Anwalt des Vereins sagte dem BR, Riesen könnte ein Präzedenzfall für alle kleinen Wasserversorger in Bayern werden. Es ist das erste Verfahren dieser Art. Der Verein für sauberes Wasser rechnet sich laut seinem Vorstand Bernhard Jott Keller Chancen aus, gegen den Freistaat Recht zu bekommen. Einen Termin für den Prozess-Auftakt gibt es noch nicht.