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Trinkwasser wird in kleineren Gemeinden Bayerns knapp | BR24

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Aitrang lag vor ein einigen Wochen auf dem Trockenen. Der Grundwasserspiegel war während der Hitzeperiode soweit abgesunken, dass die Pumpen des Gemeindebrunnens nur noch Sand ansaugten. Daher musste nun ein alter Brunnen wieder reaktiviert werden.

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Trinkwasser wird in kleineren Gemeinden Bayerns knapp

Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate haben Folgen: In einigen kleinen Gemeinden Bayerns ist die Trinkwasserversorgung bedroht. Auch auf den Almen gibt es Probleme.

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Von
  • Sylvaine von Liebe
  • Erich Wartusch

Für die kleinen Wasserversorger wird die Trinkwasserversorgung aufgrund der lang anhaltenden Hitze zum Problem. In einigen kleineren Gemeinden Bayerns wird das Wasser aus der Leitung schon knapp.

Grund für die Wasserknappheit ist laut Karl Schindele, Leiter des Wasserwirtschaftsamts in Kempten, dass sich kleinere Versorger oft auf einen einzigen Brunnen stützen, der dann meist auch nicht besonders tief reicht. Bei größeren Wasserversorgern bestünden diese Probleme dagegen nicht.

Trinkwasser-Alarm in Aitrang im Ostallgäu

In der Gemeinde Aitrang etwa herrscht wegen der langen Trockenheit bereits Trinkwasser-Alarm. Der für die Wasserversorgung notwendige Brunnen sei weitgehend ausgetrocknet, sagte Jürgen Schweikart, der Bürgermeister der Gemeinde. Der Grundwasserspiegel liege derzeit 2,50 Meter unter dem üblichen Stand.

Um die Trinkwasserversorgung sicherzustellen, ist Aitrang auf die Hilfe von Kaufbeuren angewiesen. Täglich fahren zwei Tanklaster zwischen Kaufbeuren und Aitrang hin und her, um zwei sechs Meter hohe Edelstahlbehälter mit Wasser zu befüllen, die dann in das Trinkwassernetz von Aitrang gelangen.

Niedriges Grundwasser in weiten Teilen Bayerns

Wie viele Gemeinden von der Wasserknappheit betroffen sind, ist nicht klar. "Es gibt da keine Meldepflicht", sagt Karl Schindele vom Kemptener Wasserwirtschaftsamt. Fälle wie der im schwäbischen Aitrang sind allerdings nicht die Regel.

Dennoch bitten die kommunalen Wasserversorger die Bevölkerung, weiterhin sparsam mit Trinkwasser umzugehen. Nach Angaben des Niedrigwasser-Informationsdienstes des bayerischen Landesamtes für Umwelt ist das Grundwasser derzeit in weiten Teilen Bayerns sehr niedrig.

Auch auf den Almen gibt es seinen Angaben zufolge Probleme. Einige Bauern müssten ihre Tiere schon früher vom Berg holen, weil sie in der Höhe nicht mehr mit Wasser versorgt werden können. Nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands handele es sich dabei allerdings um Einzelfälle.

Abkochgebot in mehreren bayerischen Gemeinden

Die Bürger in Aitrang waren bislang dazu aufgerufen, das Wasser abzukochen, weil ihr Brunnen schon so weit ausgetrocknet war, dass das Wasser durch den Sand am Boden eingetrübt wurde. Jetzt soll die Gemeinde wieder über einen Brunnen versorgt werden, der seit 2015 nicht mehr in Betrieb war.

In den letzten 30 Tagen musste gleich in acht bayerischen Orten das Trinkwasser abgekocht werden. Aktuell besteht neben Aitrang etwa noch im oberfränkischen Hallstadt ein Abkochgebot. Die Ursache für die Verkeimung ist noch nicht bekannt. Wie ein Experte aus dem Raum Hallstadt sagte, sei dies in der Regel auch nicht einfach herauszufinden.

Mit der Hitze muss das jedenfalls nicht zwingend etwas zu tun haben. Gründe können auch Wasserrohrbrüche oder - risse sein oder viel stehendes Wasser in Leitungen während der Urlaubszeit.

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Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate haben Folgen: In einigen kleinen Gemeinden Bayerns ist die Trinkwasserversorgung bedroht. Auch auf den Almen gibt es Probleme.