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Trinkwasser in Teilen Niederbayerns muss weiter abgekocht werden | BR24

© Bayern 1

Einige niederbayerische Gemeinden der Landkreise Deggendorf, Passau und Dingolfing müssen wegen Bakterien im Wasser das Trinkwasser abkochen. Das Abkochgebot bleibt über das Wochenende bestehen. Betroffene zeigen sich teils unsicher, teils entspannt.

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Trinkwasser in Teilen Niederbayerns muss weiter abgekocht werden

Auch wenn Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter Entwarnung gibt, weil bei der aktuellen Untersuchung keine Bakterien im Trinkwasser gefunden worden sind, bleibt das Abkochgebot vorsorglich über das Wochenende bestehen.

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Laut Christian Bernreiter (CSU), dem Landrat des Landkreises Deggendorf, sind alle Wasserproben, die wegen des Verdachts auf Enterokokken genommen wurden, ohne Befund. Bernreiter schreibt am Samstag auf seiner Facebook-Seite: "Unsere am Donnerstag an verschiedenen Punkten (jeder einzelne unserer vier Brunnen, beide Stränge zu unseren Hochbehältern) gezogenen Proben sind alle ohne Befund. Also keine Enterokokken!". Das Chlor, das für eine vollständige Desinfektion in den Wasserbehältern notwendig ist, wurde nachgewiesen, so Bernreiter. Formal müsse noch das Endergebnis des Labors am Montag abgewartet werden. Das bedeutet: Die Betroffenen müssen weiter ihr Trinkwasser abkochen. Der Landrat hofft, dass am Montag endgültig Entwarnung gegeben werden kann.

Darmbakterien am Freitag festgestellt

Am Freitag (05.07.) war vom Landratsamt Deggendorf ein Abkochgebot für mehrere niederbayerische Gemeinden erlassen worden. Im Wasserwerk im niederbayerischen Moos waren Darmbakterien festgestellt worden. Betroffen sind 14 Städte und Gemeinden in den Landkreisen Deggendorf, Passau und Dingolfing. Konkret diejenigen, die an die Trinkwasserversorgung von "Waldwasser" angeschlossen sind und ihr Trinkwasser aus dem Tiefbrunnen aus Moos bei Plattling beziehen.

Betroffene nicht begeistert von Abkochverordnung

In der Trinkwasseraufbereitungsanlage waren bei einer Probe Enterokokken (Darmbakterien) festgestellt worden. Betroffene sind nicht begeistert, wie eine befragte Pensionsbetreiberin im Landkreis Passau sagt:

"Wir selber müssen unser Obst, unser Essen, alles waschen. Zähneputzen nur mit abgekochtem Wasser - schon schwierig. Wir haben einen Pensionsbetrieb für Pferde und haben auch eigene Pferde, die trinken das Wasser auch. Wie sich das auf die Tiere auswirkt, wissen wir noch nicht. Ein Pferd, das 80 Liter am Tag braucht - das ist schwierig, das abzukochen..." Pensionsbetreiberin

Kindertagesstätte zeigt sich entspannt

Gelassen hingegen zeigt sich Isabell Brennemann von der Kindertagesstätte Otzing:

"Wir machen es heute so: Wir putzen normalerweise Zähne mit den Kindern, das lassen wir heute einfach gut sein. Und wir genießen heute, dass wir mal nicht abspülen, sondern wir lassen die Kinder aus den Boxen essen. Wir picknicken heute, das Wetter spielt gut mit." Isabell Brennemann, Kindertagesstätte Otzing
© BR/Christian Riedl

Ein Aushang in der Kindertagesstätte Otzing warnt Eltern vor den Bakterien

Pressekonferenz zur Abkochanordnung

Am Freitagmittag fand eine Pressekonferenz mit Deggendorfs Landrat Christian Bernreiter, der auch Vorsitzender des kommunalen Zweckverbandes Waldwasser ist, und dem Geschäftsführer von "Waldwasser" statt, um über die Details zur Abkochanordnung zu informieren.

Die Anordnung klingt schlimmer als sie ist: Eine akute Gesundheitsgefahr besteht nicht - aber die Trinkwasserverordnung ist streng. Deswegen hat der Versorger "Waldwasser" auch direkt reagieren müssen, als sich eine Probe als positiv herausstellte, wie Bernreiter sagte:

"Eineinhalb Stunden danach wurde schon gechlort, sodass wir auf einem sehr sicheren Weg sind. Der Verbraucherschutz steht uns über allem." Christian Bernreiter, Landrat Deggendorf

Wasser wird gechlort - Wasser weiterhin abkochen

Das Wasser im Wasserwerk Moos wird jetzt gechlort. Das ist auch am Wasserhahn für Betroffene spürbar, aber nicht gefährlich. Am Montag erwartet "Waldwasser" weitere Untersuchungsergebnisse - dann wird entschieden, ob die Chlorung bestehen bleibt oder ob das Wasser normal in das System eingespeist werden kann.

Über das Wochenende gilt weiter, dass Betroffene das Wasser abkochen sollen.

Enterokokken im Wasser

Enterokokken sind keine gefährlichen Bakterien, sie leben im menschlichen Darm und im Verdauungssystem von Tieren. Sie finden sich unter anderem in unseren Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel in Joghurts oder Schimmelkäse. Im Trinkwasser haben Enterokokken aber nichts zu suchen, wie Horst Seindl vom Gesundheitsamt sagt:

"Der Enterokokkus ist der Hinweis auf eine fäkale Verunreinigung. Diese kann auch andere Krankheitserreger beinhalten." Horst Seindl, Gesundheitsamt

Wasser trinken sollte man also vermeiden, duschen hingegen ist kein Problem.

© BR

Im Wasserwerk im niederbayerischen Moos sind Darmbakterien festgestellt worden. Deswegen muss das Trinkwasser in mehreren Gemeinden rechts der Donau sicherheitshalber vorerst abgekocht werden.