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Ein Prozentzeichen klebt auf der Scheibe eines Autos
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Ein Prozentzeichen klebt auf der Scheibe eines Autos

Die Staatsanwaltschaft Hof wirft dem früheren Firmenchef Thomas König und Mitarbeitern Steuerhinterziehung vor. Durch Tricksereien bei Verkäufen von zahlreichen Autos nach Spanien und Frankreich soll der Staat ebenso betrogen worden sei wie bei der Abwrack-Prämie.

Schadenshöhe wird erst heute bekannt gegeben

Die bislang ermittelte Schadenshöhe wird erst zum Prozess-Auftakt heute genannt. Ein Urteil wird erst Anfang Mai erwartet. Die Autowelt König zählte bis zur Insolvenz im März 2013 zu den 30 größten Auto-Händlern Deutschlands. Die Anklagen liegen bereits seit 2014 beim Landgericht Hof – allerdings konnten die Fälle bisher wegen anderer großen Wirtschaftsstraf-Verfahren nicht verhandelt werden. Nun hat die Wirtschaftsstrafkammer für den Prozess gegen die Verantwortlichen von "Autowelt König“ vorerst neun Verhandlungstage bis Anfang Mai angesetzt.

Mitarbeiter und Kunden betroffen

Das Wunsiedler Unternehmen "Autowelt König“ hatte Anfang des Jahrtausends erheblich expandiert und zahlreiche VW- und Audi-Händler in Oberfranken und der Oberpfalz aufgekauft. Das Familienunternehmen war mehrfach vom bayerischen Wirtschaftsministerium mit dem Preis "Bayerns Best 50" als eines der wachstumsstärksten mittelständischen Unternehmen ausgezeichnet worden. Aber im März 2013 musste "Autowelt König“ dann allerdings Insolvenz anmelden.

Betroffen waren nicht nur rund 500 Mitarbeiter in fast 20 Niederlassungen – sondern auch zahlreiche Autokäufer. Sie hatten für ihre bestellten Autos damals bei der Autowelt König größere Anzahlungen geleistet - allerdings weder Schlüssel noch Papiere erhalten. Ihre Befürchtungen, dass sie durch die Insolvenz ohne Auto und ohne Geld zurückbleiben, bewahrheiten sich dann allerdings nicht, denn die Autohersteller – vor allem VW und Audi – sprangen aus Imagegründen ein und setzte sich für "kundenorientierte Einzellösungen“ ein.

Die Ermittlungen wegen des Verdachts der Untreue und des Betrugs im Zusammenhang mit der Insolvenz hatten sich nicht bestätigt – die Staatsanwaltschaft hat dieses Verfahren 2014 eingestellt.

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Regionalnachrichten Franken vom 14.02.2019 - 06:30 Uhr