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Treuchtlinger Wasserstreit: Landratsamt stoppt Wasser-Abfüller | BR24

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Außenansicht der Firma "Altmühltaler" in Treuchtlingen

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Treuchtlinger Wasserstreit: Landratsamt stoppt Wasser-Abfüller

Im Streit um Mineralwasserrechte für die Treuchtlinger Firma "Altmühltaler" hat das Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen den Antrag der Stadtwerke Treuchtlingen jetzt offiziell abgelehnt.

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Für das Mineralwasserunternehmen "Altmühltaler" bedeutet das, dass es nicht zusätzlich bis zu 300.000 Kubikmeter Tiefengrundwasser pro Jahr aus dem Nagelbergbrunnen in Treuchtlingen entnehmen darf.

Gründe für die Ablehnung

Das Landratsamt in Weißenburg informierte heute über die Gründe für den negativen Bescheid. Fachlich-wasserrechtlich seien bei höherer Fördermenge schädliche, nicht vermeidbare Gewässerveränderungen zu erwarten, erläuterten Vertreter des Landratsamts. Dabei beriefen sie sich auf eine Einschätzung des bayerischen Landesamts für Umwelt.

Der Landrat des Kreises Weißenburg-Gunzenhausen Gerhard Wägemann (CSU) sagte im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk, dass nach dem Wasserhaushaltsgesetz das Wasser so zu bewirtschaften sei, dass Beeinträchtigungen vermieden werden. Es solle sowohl von der Menge keine Einschränkungen geben als auch von der Qualität.

"Qualitativ ist es nicht auszuschließen, dass durch nachfließendes Wasser chemische Veränderungen stattfinden, so dass diese hohe Tiefengrundwasserqualität nicht mehr erreicht ist." Gerhard Wägemann (CSU), Landrat Weißenburg-Gunzenhausen

Ein weiterer Grund für den ablehnenden Bescheid des Antrags ist, dass die Stadtwerke Treuchtlingen aus kommunalrechtlicher Sicht der falsche Antragsteller sind. Der Antrag hätte von der Firma "Altmühltaler" selbst beim Landratsamt eingereicht werden müssen.

Stadt Treuchtlingen prüft Bescheid

Die Stadtwerke Treuchtlingen können jetzt gegen den Bescheid Klage beim Verwaltungsgericht Ansbach erheben. Der Bürgermeister der Stadt Treuchtlingen, Werner Baum (SPD), teilte dem Bayerischen Rundfunk auf Anfrage per E-Mail mit: "Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu einem Bescheid mit 23 Seiten, dessen Erstellung aufgrund der Würdigung des rechtlichen Hintergrundes fast vier Wochen in Anspruch genommen hat, nicht innerhalb weniger Stunden äußern können. Auch die Stadt Treuchtlingen wird sich die nötige Zeit nehmen, um den Bescheid inhaltlich und rechtlich zu prüfen."

In den vergangenen Wochen hatten die Pläne des Mineralwasserunternehmens für Proteste bei der Bevölkerung gesorgt.