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© BR/Dagmar Bohrer-Glas
Bildrechte: Dagmar Bohrer-Glas

Holz, das bei uns in Kaminen verbrannt wird, ist oft Buchenholz. Und das wird oft aus anderen Ländern zugekauft, obwohl es hier viel nachhaltigere Alternativen gibt.

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Trend heimisches Brennholz: Esche statt Buche

Eschenholz ist gerade in Massen auf dem heimischen Holzmarkt. Im Gegensatz zur Buche, die oftmals importiert werden muss. Esche ist also die nachhaltige Alternative beim Brennholz, findet die Waldbesitzervereinigung Rosenheim.

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Von
  • Dagmar Bohrer-Glas

Wer einen Kaminofen zu Hause hat, der heizt gerne mit Buchenholzscheiten. Esche ist nicht so beliebt, dabei wäre Esche die nachhaltigere Wahl, meint die Waldbesitzervereinigung Rosenheim.

Zwei Pilze gefährden die Esche

Zwei Pilze machen der Esche den Garaus: das falsche weiße Stengelbecherchen, das die Bäume bis in die Spitzen vertrocknen lässt und der Hallimasch, der sich im Stamm festsetzt. Beide sorgen für das Absterben der Esche. Viele Bäume würden einfach umfallen, es reiche oft ein kleiner Windstoß, bedauert Michael Heffner, der Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Rosenheim. Er schätzt, dass die Esche zu 95 Prozent aus unseren Wäldern verschwinden wird.

Schon seit einigen Jahren müssen Waldbesitzer die Esche aus ihren Beständen holen. Vor allem Bäume entlang von Straßen, Geh- und Radwegen müssen aus Gründen der Verkehrssicherheit gefällt werden. Früher habe die Esche fünf bis zehn Prozent beim Einschlag ausgemacht, neben Fichte und Tanne. Heute sei das Verhältnis 50:50, berichtet Franz Kollmannsberger, Besitzer eines Forstbetriebs in Prien am Chiemsee.

Viel Esche auf dem heimischen Holzmarkt

Für die Waldbesitzer bedeutet das Eschentriebsterben viel Arbeit. Und für den Holzmarkt bedeutet das Eschenholz in Massen. Für den Möbelbau sei das Holz meist nicht mehr zu gebrauchen, sagt Franz Kollmannsberger. Die dürren Äste verarbeitet er zu Hackschnitzeln, die Eschenstämme werden zu Scheiten geschnitten. 150 Ster, also 150 Kubikmeter geschichtete Eschenscheite, hat er in diesem Winter bereits verarbeitet.

Nach dem Fällen muss das Brennholz getrocknet werden. Das dauert 14 Tage bis drei Wochen. In Prien lässt Kollmannsberger seine Scheite in der Trocknungsanlage der Zimmerei Stocker trocknen, die ebenfalls mit heimischem Holz betrieben wird. Regionaler geht’s kaum, meint der junge Zimmerermeister Markus Stocker. Auch er heize daheim seinen Küchenofen mit Esche ein. Das funktioniere wunderbar.

Trend zum heimischen Brennholz deutlich spürbar

100 Euro kostet ein Ster ofenfertige Esche. Kollmannsberger vertreibt die Scheite seit kurzem auch in kleinen Mengen ab Hof und im Priener Regionalladen. Zwölf Kilo kosten 8,50 Euro. Vor allem im zweiten Lockdown, als die großen Baumärkte geschlossen hatten, sei der Trend zum heimischen Brennholz deutlich spürbar gewesen. Jetzt ist er gespannt, ob ihm die Kunden treu bleiben.

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