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In diesem Jahr gibt es bereits jetzt mehr Tote nach Unfällen mit Motorrädern als im ganzen letzten Jahr. Oft seien Biker zu schnell unterwegs, sagt die Polizei. Ein Chirurg berichtet von Fahrern, die in kurzen Hosen und Flipflops gestürzt sind.

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Traurige Bilanz: Mehr Motorradfahrer tödlich verunglückt

Die Zahl der tödlich verunglückten Motorradfahrer ist in einigen Regierungsbezirken in Bayern gestiegen. Das hat eine Anfrage des BR an die Polizeipräsidien ergeben. Vor allem in Ostbayern verzeichnen die Behörden demnach einen deutlichen Zuwachs.

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Von
  • Sebastian Grosser
  • Markus Wolf

Traditionell geht die Motorrad-Saison in Bayern ja bis Ende September, doch schon jetzt hat die Polizei eine traurige Bilanz gezogen: Die Zahl der in Bayern tödlich verunglückten Motorradfahrer ist im Vergleich zum Vorjahr in einigen Regierungsbezirken deutlich gestiegen. In Schwaben, Niederbayern und der Oberpfalz hat sie sogar bereits jetzt die Todeszahlen von 2019 überschritten. Das hat eine Anfrage des BR bei allen Polizeipräsidien im Freistaat ergeben.

Ostbayern besonders betroffen

Vor allem in der Oberpfalz verzeichnet die Polizei eine starke Zunahme der "Motorradtoten": Waren im gesamten Jahr 2019 nur vier tödlich verunglückte Motorradfahrer zu beklagen, gibt es bereits zum jetzigen Zeitpunkt (25. August 2020) zwölf Tote. Damit hat sich die Zahl fast verdreifacht. Auch in Niederbayern gibt es mit 13 toten Motorradfahrern bereits jetzt mehr Tote als im gesamten Vorjahr (2019: elf Motorradtote).

Für Schwaben meldet die Polizei bisher einen Toten mehr. Hier waren es in diesem Jahr bislang zehn Todesfälle. In Mittelfranken nähert sich die Zahl der des Vorjahres an. Dort sind bisher fünf tödlich verunglückte Biker zu verzeichnen. Im Vorjahr waren es sieben.

Rückgang in Oberfranken, Unterfranken und Oberbayern

Positiver sieht die Bilanz in den übrigen Regierungsbezirken aus: In Unterfranken sank die Zahl der Todesopfer von elf im Vorjahr auf fünf. In Oberfranken liegt der Wert derzeit bei sechs (2019 waren es noch zwölf) und auch in Oberbayern ging die Zahl der Motorradtoten von 39 in 2019 auf bislang 25 in diesem Jahr zurück. Wobei auch hier gilt: Die Motorradsaison ist noch nicht vorbei.

Biker tragen oft Mitschuld

Als Gründe für die Zunahme werden das gute Wetter und die Tatsache genannt, dass viele den Urlaub zu Hause verbringen und somit eher auf das Motorrad steigen. Sofern es zu einem Unfall kommt, tragen die Biker oft Mitschuld. So heißt es beispielsweise von der Polizei in Oberfranken, dass knapp zwei Drittel der Motorradunfälle im Jahr 2019 von den Bikern selbst verursacht wurde.

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