BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Theresa Krinninger
Bildrechte: BR

In Berchtesgaden protestierten am Montag, den 12.4. rund 130 Menschen gegen die Corona-Politik.

12
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Traunstein und BGL: Topfschlagen gegen Coronapolitik

Es war eine bunte Mischung: Menschen aus Tourismus, Einzelhandel und Kommunalpolitik sowie Eltern von Schulkindern protestierten an vier Orten zwischen Traunstein und Berchtesgaden gegen die staatliche Coronapolitik - und zwar besonders lautstark.

12
Per Mail sharen
Von
  • Theresa Krinninger

Lautes Gebimmel und Trommelwirbel beschallten heute Mittag die sonst gespenstisch leere Fußgängerzone in Berchtesgaden. Rund 130 Tourismusbetreiber, Einzelhändler, Kommunalpolitiker und unzufriedene Eltern protestierten zum fünften Mal in Folge mit lautem Krach. Sie schlugen auf Topfdeckel, läuteten mit Kuhglocken, sogar Trompeten ertönten im Getöse. So äußerten sie ihren Unmut über die Corona-Politik. Der Landkreis Berchtesgadener Land befindet sich in Deutschlands längstem Lockdown, der Tourismus liegt am Boden und mit ihm weitere Branchen wie die Gastronomie und der Einzelhandel, die stark von Touristen abhängig sind. Doch die fehlen seit nun mehr als einem halben Jahr.

"Hin und Her und Auf und Zu"

Der regelmäßige Protest richtet sich an die politischen Entscheidungsträger auf Landes- und Bundesebene. Die erneuten Verschärfungen im Einzelhandel, die ab Montag, den 12.4. in Kraft getreten sind, seien ein "Hin und Her und Auf und Zu", die ein Ende haben müssten, hieß es von Teilnehmern. Bei der Versammlung in Berchtesgaden mit mindestens 130 Protestierern meldete sich der zweite Landrat Michael Koller (FW) zu Wort. Er forderte klare Perspektiven für die Landkreisbevölkerung, anstatt "alle vierzehn Tage eine andere Entscheidung zu bekommen." Außerdem sprach er sich bei der Pandemiebekämpfung gegen mehr Kompetenzen auf Bundesebene aus. Landrat Bernhard Kern (CSU) hatte seine Teilnahme kurzfristig abgesagt.

Protestierer: Ferienwohnungen öffnen

Auch Vertreter der Tourismusbranche, der Vorstand des Skiclubs Ramsau und Bergführer Toni Gassl sowie eine Ferienwohnungsbesitzerin sprachen sich am Rednerpult für gemäßigte Öffnungsschritte aus, besonders für den Tourismussektor. Ihr Vorschlag: Für Gäste sollte die Übernachtung in Ferienwohnungen mit Anreise im privaten Pkw möglich sein.

Insgesamt rund 300 Demonstranten

Der so bezeichnete "laute Protest" fand auch in den Stadtkernen von Freilassing, Bad Reichenhall und Traunstein statt. Insgesamt nahmen nach Angaben der Polizei rund dreihundert Menschen in beiden Landkreisen teil. Künftig wollen sich die Organisatoren der "lauten Proteste" mit der bayernweiten Protestinitiative unter dem Hashtag #Lasstunsöffnen zusammenschließen.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!