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Traunstein: Millionenbetrug mit Corona-Schutzmasken verhindert | BR24

© dpa/Picture-alliance/Kirsten Nijhof

Eine Atemschutzmaske liegt auf auf einer Dollarnote - Symbolbild

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    Traunstein: Millionenbetrug mit Corona-Schutzmasken verhindert

    Ermittler in Traunstein haben einen international angelegten Betrug aufgedeckt: Nordrhein-Westfalen wollte über Zwischenhändler in Asien zehn Millionen Atemschutzmasken kaufen, die es gar nicht gab.

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    Als Preis für die Atemschutzmasken hatten die vermeintlichen Anbieter aus dem asiatischen Raum fast fünfzehn Millionen Euro angegeben. Diese Summe sollte eine Schweizer Vertriebsfirma zahlen, von der das Land Nordrhein-Westfahlen dann die Masken kaufen wollte. Zunächst floss aber nur eine Anzahlung der Schweizer nach Asien. Dank des schnellen Eingreifens der Rosenheimer Ermittler konnte die Vorauszahlung zum großen Teil im Ausland gesichert werden.

    Übergabe in den Niederlanden geplant

    Die Ermittlungen hatte die Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Traunstein zur Verfolgung der grenzüberschreitenden Kriminalität ("Traunsteiner Modell") übernommen. Nach ihren Erkenntnissen hatte der Geschäftsführer der Schweizer Firma Mitte März aus Asien Angebote zur Lieferung von Atemschutzmasken erhalten. Er suchte daraufhin Abnehmer in Deutschland. Das Land Nordrhein-Westfalen wollte zehn Millionen Masken für die gebotenen knapp 15 Millionen Euro abnehmen. Die Übergabe der Masken sollte, über mehrere Zwischenhändler im europäischen Ausland, schließlich in den Niederlanden erfolgen.

    Transporter standen für die Abholung bereit

    Die Täter brachten die geschädigte Firma durch geschickte Täuschungsmanöver dazu, schon vor der Auslieferung circa 2,4 Millionen Euro als Anzahlung zu überweisen. Für die Abholung und Auslieferung der Masken nach Nordrhein-Westfalen standen in den Niederlanden bereits 52 Lieferfahrzeuge bereit, die ab der deutschen Grenze von der Polizei begleitet werden sollten. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte schon 14,7 Millionen Euro an die Schweizer Gesellschaft überwiesen. Eine Lieferung der Masken erfolgte nicht.

    Schweizer Händler erstattet Strafanzeige

    Laut Staatsanwaltschaft Traunstein befand sich der deutsche Geschäftsführer des Schweizer Unternehmens Ende März nach einem Urlaub in Österreich in häuslicher Quarantäne im Landkreis Traunstein. Er hatte von dort die Anzahlungen an die angeblichen Lieferfirmen im Ausland veranlasst. Nachdem er erkannt hatte, dass er Betrügern aufgesessen war, erstattete er am 30. März Strafanzeige bei der Polizei in Traunstein.

    Über zwei Millionen Euro Anzahlung sichergestellt

    Durch effektive Eilmaßnahmen der Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft gelang es bisher, über zwei Millionen Euro im Ausland bei verschiedenen Banken einzufrieren und dem Zugriff der Täter zu entziehen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat zudem von der Schweizer Firma bereits rund 12,3 Millionen Euro zurückbekommen.

    Täter kaperten Identität einer europäischen Firma

    Derzeit laufen umfangreiche Ermittlungen nach den Tätern und nach dem noch nicht sichergestellten Restbetrag der Anzahlung. Die Täter hatten für ihren Betrug die Identität einer Firma im europäischen Ausland gekapert. Die Agentur für die europäische Zusammenarbeit der Justizbehörden EUROJUST und Interpol unterstützten die nationalen Behörden bei der Koordination der Ermittlungen.

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