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Trauer beim Schafabtrieb in Mittenwald | BR24

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Im Juli wurden rund 200 Schafe bei einem Hangrutsch am Predigtstuhl getötet. Erst jetzt, bei der Mittenwalder Schafscheid, erfuhren die Besitzer, wer wie viele Tiere verloren hat.

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Trauer beim Schafabtrieb in Mittenwald

Die Mittenwalder Schafherde hat die Sommerweide verlassen. Bei der Schafscheid nahe der Gröblalm wurden die Tiere ihren Besitzern übergeben. Traurige Bilanz: Ein Hangrutsch Anfang Juli hat mehr Schafe in den Tod gerissen, als bisher vermutet wurde.

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Zunächst waren die Mittenwalder Schafhalter davon ausgegangen, dass der Hangrutsch etwa 180 Tiere das Leben gekostet hatte. Bei dem Schafscheid nahe der Gröblalm wurde nun klar: Rund 200 Schafe starben. Das bedeutet, dass fast die halbe Mittenwalder Herde ausgelöscht wurde. Dementsprechend emotional war der Schafscheid. Von den rund 40 Auftreibern aus Mittenwald haben fast alle Tiere verloren. Das sonst übliche Fest zum Almabtrieb fiel aus.

Ein vergleichbares Unglück ist den Mittenwalder Schafhaltern nicht bekannt." Peter Reindl, Vorstand der Weidegenossenschaft

Die meisten Mittenwalder Schafhalter sind Nebenerwerbslandwirte. Anhand von Markierungen in den Ohren konnte nachvollzogen werden, welche Bergschafe den Hangrutsch Anfang Juli überlebt haben.

Vermutlich auf trockenem Untergrund ins Rutschen gekommen

Vermutlich hatten die Schafe mit ihren Hufen selbst das Unglück am Predigtstuhl verursacht. Auf dem trockenen Untergrund des Steilhangs brachten sie die Grasnabe ins Rutschen und stürzten 80 bis 100 Meter in den Tod. Der Hang selbst liegt in rund 1.500 Meter Höhe.

Jetzt sei der Blick nach vorne gerichtet, sagte Reindl, schließlich müsse es weitergehen – allein schon wegen des Erhalts der Kulturlandschaft. Ohne die Schafe wäre die Pflege der für die Region typischen Buckelwiesen nicht möglich.

Betroffene Schafhalter erhalten Entschädigung für tote Tiere

Demnächst wollen sich die Schafhalter zusammensetzen und Konsequenzen aus dem Unglück ziehen. Auch soll es eine Entschädigung für verlorene Schafe geben. Die Summe wird von der Weidegenossenschaft und über Spenden finanziert. In den vergangenen Wochen spendeten bereits mehrere Menschen für die Schafhalter.