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Traktoren mit Nazi-Bannern auf Nürnberger Bauerndemo | BR24

© Rüdiger Löster

Unter den rund 2.500 Traktoren auf der Bauerndemo in Nürnberg waren auch zwei "schwarze Schafe".

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Traktoren mit Nazi-Bannern auf Nürnberger Bauerndemo

Bei der großen Bauern-Demo in Nürnberg waren an zwei Traktoren Plakate mit rechtsextremer Symbolik angebracht. Die Veranstalter des Protests distanzierten sich davon, Ministerin Klöckner sprach von einer dummen Provokation.

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Rund 5.000 Teilnehmer mit 2.500 Traktoren waren bei dem Bauernprotest am Freitag auf dem Nürnberger Volksfestplatz vertreten. Zwei Traktoren fielen dabei durch Banner mit in rechtsextremen Kreisen verwendeten Symbolen auf. Auf den Plakaten mit eisernem Kreuz und einem Adler standen die Sprüche "Die Wahrheit siegt" sowie "Klagt nicht, kämpft".

Organisatoren von "Land schafft Verbindung" distanzieren sich

Bei den Veranstaltern war der Ärger groß. Der dpa sagte Sebastian Dickow von der Initiative "Land schafft Verbindung", er und die anderen Organisatoren hätten die Verantwortlichen aufgefordert, die Banner abzunehmen. Sie hätten auf der Veranstaltung nichts verloren. "Wir distanzieren uns davon und wir haben denen ganz klar gesagt, dass die Banner hier nichts verloren haben und auch die Polizei hat sich darum gekümmert", erklärte Dickow.

Die Banner seien dann abgenommen worden. Derweil kursierten die Bilder der beiden Traktoren bereits in diversen sozialen Netzwerken.

Klöckner nennt Banner dumm und geschichtsvergessen

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner verurteilte die Vorkommnisse scharf und sprach von einer Entgleisung. Die CDU-Politikerin erklärte in Berlin, wer Anlehnungen beim Nationalsozialismus bei einer Bauerndemonstration mache, der tue den Bauern nichts Gutes. Dies sei eine bewusste Provokation, dumm und geschichtsvergessen. Die Ministerin sprach von einem Einzelfall. "Man sollte schauen, dass man nicht die ganze Landwirtschaft dafür in Haft nimmt."

Bauernverband: "Das ist Trittbrettfahrerei"

Auch der Deutsche Bauernverband verurteilte die Plakate. Ein Sprecher sagte: "Von unserer Seite ist klar: Wir distanzieren uns eindeutig und klar von so rechten Parolen. Damit haben wir nichts zu tun."

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Bauernverbandes, ergänzte: "Das hat mit Bauernprotesten nichts zu tun. Das ist Trittbrettfahrerei."

Auf BR-Anfrage teilte ein Polizeisprecher mit, der Fall der beiden Traktoren sei bekannt. Ein Fachkommissariat müsse nun klären, ob es sich um einen Straftatbestand handelt.

"Keine Wahlkampfveranstaltung"

Noch am Vormittag vor dem offiziellen Start der Demonstration hatte ein Fahrzeug der AfD-Landtagsfraktion an dem Gelände gehalten. Laut einem Fraktionssprecher ging es darum, über die Arbeit der AfD-Abgeordneten zu informieren.

Auch damit zeigten sich Dickow und seine Kollegen nicht einverstanden. "Das ist keine Wahlkampfveranstaltung für euch - beschränkt euch auf die Landwirtschaft", habe er den AfD-Vertretern gesagt.

Veranstaltungsteilnehmer Maximilian R., seines Zeichens selbst Landwirt, sagte dem BR, der Protest sei kein Ort für Wahlkampf. Es gehe um die Sache, nicht um Parteien.

© BR

5.000 Teilnehmer kamen am Freitag zur Demonstration nach Nürnberg auf den Volksfestplatz. 2.500 Traktoren nahmen an der Sternfahrt in fränkische Metropole teil. Die Landwirte demonstrieren gegen die derzeitige Agrarpolitik.

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