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Landwirte protestierten mit einem Traktorkonvoi

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    Traktordemo gegen Ausbau der B299 bei Neumarkt

    Mit einem Traktor-Konvoi haben Landwirte auf der B299 bei Neumarkt am Wochenende gegen einen Ausbau der Bundesstraße protestiert. OB Thomas Thumann wirft ihnen vor, mit falschen Behauptungen Ängste zu schüren.

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    Von
    • Marcel Kehrer
    • BR24 Redaktion

    Mit über 40 Traktoren haben Landwirte auf der B299 bei Neumarkt am Samstag ihren Protest gegen einen Ausbau der Umgehungsstraße gezeigt. Die Bundesstraße führt als Ring um die Stadt und wird seit mehreren Jahren abschnittsweise dreispurig ausgebaut. Insgesamt stellt der Bund rund 102 Millionen Euro zur Verfügung, um die B299 im Raum Neumarkt bis Berching zu ertüchtigen. Der Abschnitt zwischen Woffenbach und Stauf mit gut drei Kilometern Länge stößt auf besonders erbitterten Widerstand.

    Gegner kritisieren Flächenverlust und -versiegelung

    "Wenn Bauern ihre Felder verlassen und zum Demonstrieren fahren, dann muss schon etwas Gewaltiges passieren", erklärte Biobauer Bernhard Kopp bei einer Kundgebung im Anschluss an die Protestfahrt. Er und seine Mitstreiter halten den Ausbau für überflüssig und die Eingriffe in die Natur für unverhältnismäßig. Teilweise sehen sie sich durch den Flächenverlust auch in ihrer Existenz gefährdet.

    Bürgerbeteiligung gefordert

    "Hört auf uns Bürger und verzichtet auf diesen Abschnitt", mahnte Thomas Hafner von der BI Stauf. "Wir Neumarkter wünschen uns Bürgerbeteiligung", forderte er und griff den Neumarkter Oberbürgermeister Thomas Thumann (FW) an. Dieser verlasse mit seinen Aussagen "das Feld der geforderten Sachlichkeit".

    OB Thumann: Gegner argumentieren mit falschen Zahlen

    Thuman wiederum macht den Ausbaugegnern ähnliche Vorwürfe. Am Freitag vor der Protestfahrt veröffentlichte er einen offenen Brief, um "einiges richtig zu stellen". Mit falschen Zahlen zum Flächenverbrauch würden Ängste geschürt, um Unterstützer gegen den Ausbau zu gewinnen, schrieb er. Thumann zweifelte in dem Brief auch die von einem Biolandwirt öffentlich bekundeten Existenzängste an. Er müsse für die Anbindung des Ortsteils Stauf an die B299 0,36 Hektar abgeben. Der Landwirt spricht von mehr Fläche.

    Verkehrssicherheit soll verbessert werden

    Es gehe beim Ausbau auch um die Verkehrssicherheit. In dem umstrittenen Bauabschnitt zwischen Woffenbach und Stauf habe es schon viele Verkehrsunfälle gegeben, auch tödliche, so Thumann. Zudem müsse man die Neumarkter Innenstadt vom Verkehr entlasten. Das gehe nur mit einer attraktiven Umgehung. Der Verkehr werde eher noch zunehmen, dafür spreche die gestiegene Zahl der Neuzulassungen im vergangenen Jahr im Landkreis. Zur Forderung nach mehr Bürgerbeteiligung betonte Thumann, "dass ich mit den Vertretern der Bürgerinitiativen bei bisher insgesamt drei Treffen Gespräche von circa sieben Stunden Dauer geführt habe".

    Die Gegner riefen bei der Protestveranstaltung dennoch dazu auf, "die Stadträte anzusprechen, damit sie für den Erhalt der landwirtschaftlichen Fläche eintreten und sich gegen eine weitere Versiegelung zur Wehr setzen". Die Bürger bräuchten "statt eines dreispurigen Rings eine ökologische Verkehrswende und dafür sind Ideen gefragt", betonte ein Teilnehmer, ein anderer forderte: "Wir müssen an unsere Kinder und Enkel denken und ihnen eine lebenswerte Stadt und Umwelt erhalten."

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