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Alexander Emmerth aus Aschaffenburg ist ein sogenannter Trainspotter. Der ehemalige Lokführer jagt und filmt ausgefallene Züge. Die Videos stellt er seit einigen Jahren auf YouTube ins Internet. Damit erreicht er eine beachtliche Fangemeinde.

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Trainspotter aus Aschaffenburg begeistert Youtube-Gemeinde

Alexander Emmerth aus Aschaffenburg ist ein sogenannter Trainspotter. Der ehemalige Lokführer jagt und filmt ausgefallene Züge. Die Videos stellt er seit einigen Jahren auf Youtube ins Internet. Damit erreicht er eine beachtliche Fangemeinde.

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Von
  • Barbara Ecke

Es ist Nachmittag: Alex kommt von der Arbeit und erhält einen Tipp von einem Bekannten. In Aschaffenburg am Bahnhof wird eine Lok der alten Baureihe 140 einfahren. Das sind die alten Züge, die man aus den 1960er Jahren kennt, in chromoxydgrün mit silbernem Dach. Im Schlepp hat sie den VT 11.5, den Transeuropa-Express der damaligen Bundesbahn - eine Überführungsfahrt von DB Museum von Nürnberg nach Koblenz. Ein Glückstreffer für den Trainspotter, der seine Kamera immer dabei hat.

Mehr als fünf Millionen Aufrufe auf Youtube

AlexE, so heißt Alexanders Youtube-Kanal, filmt aber nicht nur Züge: Der 40-Jährige erklärt in seinen Videos fachmännisch, was er da vor die Linse bekommen hat. "Ich denke, das ist der Unterschied zu den meisten anderen Trainspottern. Bei mir erfahren die Zuschauer, was sie da sehen", meint Alex im BR24-Gespräch. Das zeigen auch die Zahlen auf Youtube: AlexE hat gut 16.500 Abonnenten und seine Videos wurden schon über fünf Millionen Mal aufgerufen. Der Aschaffenburger schneidet die Videos zu Hause selbst. Das Schnittprogram hat er in Eigenregie gelernt, mit Hilfe von Internet-Tutorials. Der Schnitt eines Videos kann mal zwei Stunden, manchmal aber auch zwei Tage dauern.

Auch Frauen begeistern sich für Züge

Seine Filme stellt Alex eigentlich für Eisenbahn-Liebhaber und Modell-Bahner ins Netz. Mittlerweile sind aber auch viele Zuschauer auf seinen Youtube-Kanal gestoßen, die vorher nichts mit Zügen am Hut hatten. "Nach immer mehr Fragen von interessierten Nutzern, versuche ich jetzt den Spagat, Dinge auch für Leute zu erklären, die nicht so viele Vorkenntnisse haben," stolz fügt er hinzu: "Ich erreiche laut den Nutzerdaten von Youtube mittlerweile auch fünf Prozent Frauen. Normalerweise sagt man ja immer, der typische Modell-Eisenbahner ist männlich und 50 Jahre alt."

Karriere-Start mit Projekt "Spessart-Rampe"

Die Karriere auf Youtube begann für Alex im Jahr 2017. Da hat er das letzte Betriebsjahr der sogenannten Spessart-Rampe, einem Steigungsabschnitt auf der Bahnstrecke zwischen Laufach und Hain dokumentiert und ins Netz gestellt – damals aber nur mit Schriftzügen in den Videos. "Das war der Vorläufer von heute gesprochenen Erklär-Videos mit den Zügen." Dabei hat Alex die Videos weiterentwickelt, nicht zuletzt dank seiner Zuschauer. Auf deren Fragen und Kritik geht der 40-Jährige immer wieder ein.

Familie steht hinter dem Hobby

Alex' Hobby ist zeitintensiv. Auf einige Züge muss er auch mal ein, zwei Stunden warten, bei heißen Tipps schnell losfahren und auch der Schnitt der Filme ist aufwändig. Seine Frau Christina und seine beiden Kinder (12 und 14 Jahre alt) unterstützen ihn aber. "Wenn es zu viel wird, sagen wir was. Als Familie verbinden wir das Hobby meines Mannes aber auch mit gemeinsamen Ausflügen."

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Natürlich hat Alexander Emmerth auch eine Modelleisenbahn

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