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Zur Vorbereitung auf die Afrikanische Schweinepest hat die Straßenmeisterei Oerlenbach die Bergung toter Wildschweine trainiert. Der Landkreis Bad Kissingen hat bayernweit eine der größten Schwarzwildpopulationen.

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Training zum Schutz vor Afrikanischer Schweinepest

Zur Vorbereitung auf die Afrikanische Schweinepest hat die Straßenmeisterei Oerlenbach die Bergung toter Wildschweine trainiert. Der Landkreis Bad Kissingen hat bayernweit eine der größten Schwarzwildpopulationen.

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Von
  • Anke Gundelach

Lange bevor Covid-19 ein Thema war, liefen in Bayerns Landratsämtern bereits Vorbereitungen für den möglichen Ausbruch einer Tierseuche: die Afrikanische Schweinepest (ASP). Für Menschen ist die durch Viren übertragene Krankheit ungefährlich, für Wild- und Hausschweine aber tödlich. Im Wald bei Schildeck, einem Ortsteil des unterfränkischen Marktes Schondra, wurde für den Ernstfall geübt: ein totes Wildschwein wurde unter Einhaltung aller Bio-Sicherheitsvorschriften aus dem Wald geholt.

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Bildrechte: BR/Markus Klingele

Zur Vorbereitung auf die Afrikanische Schweinepest hat die Straßenmeisterei Oerlenbach die Bergung toter Wildschweine trainiert. Der Landkreis Bad Kissingen hat bayernweit eine der größten Schwarzwildpopulationen.

Tierkadaver als Infektionsquelle

Im Landkreis Bad Kissingen ist die Straßenmeisterei Oerlenbach für die eventuelle Bergung solcher Kadaver zuständig. 22 Mitarbeiter wurden dafür in den letzten Monaten geschult und konnten ihr theoretisches Wissen nun erstmals in der Praxis anwenden – vom Anlegen der nötigen Schutzkleidung über die Beprobung der Tierleiche bis zum Abtransport in einem verschlossenen Anhänger. Tierkadaver könnten auch nach Monaten noch infektiös sein, erklärte Thomas Koy, der Leiter des Staatlichen Veterinäramts Bad Kissingen. Sie müssten daher in jedem Fall geborgen werden, egal in welchem Verwesungszustand sich das Tier befindet.

In Bayern ist die Tierseuche bislang noch nicht ausgebrochen, sie könnte aber jederzeit aus Ostdeutschland eingeschleppt werden, und zwar nicht nur über Wildtiere, sondern auch durch menschliche Nachlässigkeit. Veterinäramtsleiter Koy verweist hier auf das vielzitierte Wurstbrot, das man keinesfalls achtlos in die Landschaft werfen, sondern nur in geschlossene Abfallbehälter entsorgen sollte. Das Schweinepestvirus, so Koy, sei auch in Rohwurst oder Rohschinken sehr lange überlebensfähig.

Vorbereitungen auf Schweinepest laufen seit 2017

Im Landkreis Bad Kissingen laufen die Vorbereitungen auf einen möglichen ASP-Ausbruch bereits seit dem Sommer 2017. Neben diversen Anschaffungen, von Schutzkleidung über Zaunbau-Material bis hin zum Transportanhänger, wurde unter anderem ein Koordinierungskreis eingerichtet, dem Vertreter aller relevanten Sachgebiete angehören. Mit im Boot sind auch der Forst und die Jägerschaft. Da die Jäger ihr Revier am besten kennen, sind sie im Seuchenfall für die Fallwildsuche zuständig. Die Daten können sie per Smartphone-App an die zuständigen Stellen übermitteln. Aufgabe der Jäger ist es auch, die Schwarzwildpopulation in Schach zu halten. Die ist in den unterfränkischen Landkreisen Main-Spessart und Bad Kissingen bayernweit am höchsten.

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