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Werkstätten für Menschen mit Behinderung

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    Träger der Behindertenhilfe fordern Rettungsschirm

    Wegen fehlender Therapieangebote haben die Träger der Behindertenhilfe in der Coronakrise acht Millionen Euro Schulden gemacht - es droht eine gewaltige Finanzierungslücke. Sie drängen auf einen Rettungsschirm.

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    Von
    • Johannes Reichart

    "Behindertenhilfe ist systemrelevant" - rund ein Dutzend Therapeuten zeigen vor der Bayerischen Staatskanzlei ihren Unmut über die finanzielle Schieflage. Sie fordern von der Staatsregierung einen Rettungsschirm für ihre Arbeitgeber. Das Würzburger Blindeninstitut, die Münchner Pfennigparade, die Lebenshilfe oder das Fritz-Felsenstein-Haus bei Augsburg – sie alle kämpfen mit insgesamt acht Millionen Euro Schulden, die sie seit einem Jahr angehäuft haben.

    Bayerischer Rahmenvertrag wird zum Problem

    Im Gegensatz zu anderen Bundesländern sind Logopäden, Physio- und Ergotherapeuten im Freistaat in der Behindertenhilfe nicht in Praxen, sondern direkt bei Förderschulen und heilpädagogischen Tagesstätten angestellt. Die Krankenkassen finanzieren den Trägern dort nur tatsächlich erbrachte Therapiestunden. Und diese sind aufgrund der Schulschließungen seit einem Jahr größtenteils ausgefallen.

    Barbara Stamm: "Wollen Pingpong-Spiel nicht mehr ertragen"

    Mehr als 3.400 Therapeuten, Angestellte und Eltern aus den Förder-Einrichtungen haben deshalb einen offenen Brief an die Staatsregierung unterschrieben. Bei der Übergabe der Unterschriften heute an Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) erschien auch eine prominente Unterstützerin der Sache: Barbara Stamm. Die ehemalige Landtagspräsidentin und Vorsitzende der Lebenshilfe Bayern sieht die Staatsregierung in der Pflicht, nun zu helfen:

    "Nachdem wir jetzt schon über ein Jahr zugange sind, und das Pingpong-Spiel zwischen Ministerium, Bund und Land usw. nicht mehr mitmachen, und auch nicht mehr ertragen wollen, wenn ich das einmal so sagen darf, sind wir heute hier." Barbara Stamm, CSU, ehemalige Landtagspräsidentin

    Seit mehr als einem Jahr warteten die Träger der Behindertenhilfe in Bayern vergeblich auf Hilfe, so Stamm: "Ich hoffe, dass alle guten Willens sind und wir eine Lösung finden."

    Die Träger hoffen nun, dass der Staat 60 Prozent der entgangenen Erlöse ersetzt.

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