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Traditionelles Pichelsteiner-Mahl in Regen | BR24

© BR/Christian Riedl

Die Zutaten des traditionellen Pichelsteiner-Mahls in Regen - unter anderem Kartoffeln, Karotten und Lauch

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Traditionelles Pichelsteiner-Mahl in Regen

Es ist mittlerweile das 145. Pichelsteinerfest in Regen und auch am Montag gibt es einen Höhepunkt: das traditionelle Pichelsteiner-Mahl. Rund 3.000 Portionen Eintopf werden verspeist - zubereitet von nur einem Koch.

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Am Pichelsteinerfest, das am Freitag eröffnet wurde und noch bis Mittwoch dauert, folgt heute ein weiterer Höhepunkt: das Pichelsteiner-Mahl. In Regen besteht man darauf - es ist das Original Pichelsteiner-Mahl nach Original-Rezept.

3.000 Portionen Eintopf

Bevor rund 3.000 Portionen des berühmten Eintopfs ausgegeben werden, zieht um zwölf Uhr der Pichelsteinerkoch durch die Stadt. Er wird von Schulkindern begleitet, die sich heute zu kleinen Pichelsteinerköche verwandeln. Mit dem Ruf "Das Pichelsteiner lebe hoch, hoch, hoch - und es schmeckt so gut" steigt die Vorfreude auf das Verspeisen.

Hubert Aiwanger beim Pichelsteinerfest

Die Erfahrung aus den vergangenen Jahren hat gezeigt, dass das vorbereitete Pichelsteiner nach nur einer Stunde aufgegessen ist. Es ist so beliebt, dass auch Politiker davon probieren - war es vergangenes Jahr Markus Söder (CSU), lockt der Eintopf dieses Jahr unter anderem Hubert Aiwanger (FW) nach Regen.

In der Pichelsteinerküche wird nur einmal im Jahr gekocht

Nur ein Festkoch bereitet den berühmten Eintopf vor: Günther Prinz. Seit sechs Uhr morgens steht er heute vor dem Herd. Er verarbeitet mit zwei Gehilfen unter anderem 200 Kg Karotten, 170 Kg Lauch, 425 Kg Kartoffeln, 250 Kg Zwiebeln, 40 Kg Sellerie, 170 Kg Rind, 170 Kg Schwein, 80 Kg Kalb - ganz zum Schluss Petersilie. Daraus entstehen 1.700 Liter Pichelsteiner. Die Küche, in der Prinz das Mahl zubereitet, wird nur einmal im Jahr benutzt. Die Pichelsteinerküche befindet sich über dem Regener Festgelände. Die ganzen Zutaten hat der Koch nicht alleine geschnitten, schon am Samstag haben sich hierfür sieben Frauen getroffen - alles Handarbeit.

💡 Warum wird das Pichelsteinerfest gefeiert?

Der Pichelsteiner ist ein typisches bayerisches Eintopfgericht aus verschiedenen Fleisch- und Gemüsesorten, aus Kartoffeln, Karotten, Sellerie, Petersilienwurzeln und Bohnen. Die Zutaten variieren je nach Jahreszeit und Geldbeutel. Der Pichelsteiner stammt ursprünglich aus dem Bayerischen Wald. In Regen feiert man jedes Jahr am ersten Wochenende nach Jakobi (25.7.) das Pichelsteinerfest.

Dass der Eintopf in Regen entstanden ist, beruht auf einer Legende. Sie besagt, dass im Jahr 1742 eine Bäuerin im Regener Gasthaus Wieshof gezwungen war, den Panduren Trenck und seine Gefolgsleute zu verköstigen. Sie hatte aber nur Rüben, Kraut und ein paar Fleischreste, die sie in einem großen Kessel über dem Feuer gekocht hat. Der Kessel wurde angeblich als Pichel bezeichnet. Dem wilden Haufen soll es gut geschmeckt haben, er ist friedlich weiter gezogen. Das Rezept ist erhalten geblieben.

Viel wahrscheinlicher ist, dass der Name des Eintopfs auf das Büchelsteinerfest bei Grattersdorf im südlichen Bayerischen Wald zurückgeht. Dass die Wirtin Augusta Winkler ihn dort seit 1839 serviert hat, ist nachweislich belegt. Da die Waldler das "ü" gerne als "i" aussprechen, ist es leicht nachvollziehbar, wie aus dem Büchl ein Bichl und dann ein „Pichelstoaner“ geworden ist, wie die Einheimischen sagen. Zu Ehren kommt der Pichelsteiner jedes Jahr beim großen Pichelsteinerfest in Regen, dem größten Volksfest im Bayerischen Wald.

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Die Zutaten verarbeitet Koch Günther Prinz.

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Ganz alleine kann Koch Prinz 3.000 Portionen aber nicht vorbereiten - zwei Gehilfen stehen ihm zur Seite.

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Koch Günther Prinz rührt den Pichelsteiner in einem riesigen Gefäß an

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Mitwirkende tragen das Rezept auf einer Tafel durch den Ort

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Der Pichelsteiner-Zug durch Regen

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Die kleinen Köchinnen und Köche des Pichelsteiners