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Tradition vs. Corona-Krise: Was ist mit dem Maibaumaufstellen? | BR24

© BR/Renate Roßberger

Maibaum oder nicht?

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Tradition vs. Corona-Krise: Was ist mit dem Maibaumaufstellen?

Das Aufstellen eines Maibaums hat in Bayern seit langem Tradition. Ob während der Corona-Krise aber auch einer aufgestellt wird, handhaben die Orte derzeit sehr unterschiedlich. Eine Umfrage in einigen Städten des Bayerischen Waldes.

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Rund um den 1. Mai werden traditionell in vielen Dörfern, Ortsteilen und Städten Maibäume aufgestellt und Feste gefeiert. Die Corona-Krise sorgt aber in vielen Kommunen dafür, dass der Brauch in diesem Jahr ausfällt. Wie handhaben es die Städte im Bayerischen Wald?

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Zwiesel: Maibaum wird heimlich aufgestellt

Die Stadt Zwiesel will in diesem Jahr trotz aller Festabsagen wegen der Corona-Pandemie einen Maibaum am Stadtplatz aufstellen. Das teilte Bürgermeister Franz Xaver Steininger in einer Pressemitteilung mit. Das Aufstellen des Baums am Stadtplatz soll aber vom Bauhof ganz ohne Fest und ohne Zuschauer erledigt werden. Um zu vermeiden, dass trotzdem Zuschauer kommen, wird weder der Tag noch die genaue Uhrzeit bekannt gegeben. Die Sache soll aber gefilmt und ins Netz gestellt werden.

Man solle den Baum dann das ganze Jahr auf dem Stadtplatz bewundern können, so der Bürgermeister. "Wir lassen uns vom Coronavirus unser Brauchtum nicht zur Gänze nehmen," schreibt er wörtlich. Steininger warnt aber potentielle Maibaum-Diebe: Der diesjährige Maibaum werde vor dem Aufstellen nicht bewacht. Die Stadt werde aber "jede Schandtat oder den Diebstahl" wegen der Ausgangsbeschränkungen zur Anzeige bringen und das sehe man auch nicht als "Bruch der Traditionen".

Cham: "Erlaubtes Stück Normalität"

Ebenfalls einen Maibaum aufstellen will die Kreisstadt Cham im Nachbarlandkreis. "Wir wollen mit dem Maibaum ein erlaubtes Stück Normalität setzen", sagte die geschäftsleitende Beamtin Sigrid Stebe-Hofmann auf BR-Anfrage. Schließlich stehe der Baum ja den ganzen Sommer über bis zum Herbst auf dem Chamer Marktplatz, so wie immer. Aufgestellt werden soll er aber heuer "völlig unromantisch", so Stebe-Hofmann. Am 30. April solle der Baum vormittags mit einem Kran, also nicht traditionell mit Holzstangen, aufgestellt werden. Es soll weder ein Fest noch sonst ein feierliches Drumherum geben.

Regen: "Maibaumaufstellen ohne Fest ist nicht das Wahre"

Auf den Maibaum verzichten will in diesem Jahr die Kreisstadt Regen. Bürgermeisterin Ilse Oswald hat sich gemeinsam mit der Verwaltung gegen den Brauch entschieden. Ein Maibaumaufstellen ohne anschließendes Fest "sei einfach nicht das Wahre", sagt Geschäftsleiter Helmut Gürster. Wegen der momentanen Lage sei aber klar, dass es kein Fest geben darf.

Viechtach: Entscheidung gegen Maibaum

Noch offen war die Entscheidung zum Maibaum im niederbayerischen Viechtach. Nun meldet aber die Stadt, dass es "heuer in der Stadt Viechtach auf keinen Fall ein Maibaum-Aufstellen geben" wird, so Markus Jungwirth, Geschäftsleiter der Stadt Viechtach.

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