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Tourismusboom: Corona bringt Jugend nach Garmisch-Partenkirchen | BR24

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Statt in die Ferne zu schweifen, machen wegen Corona viele Urlaub in Deutschland - auch in der Zugspitzregion und rund um Garmisch-Partenkirchen. Und das beeinflusst beide Regionen enorm ...

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Tourismusboom: Corona bringt Jugend nach Garmisch-Partenkirchen

Urlaub in Deutschland ist beliebt wie nie. Wegen der Corona-Krise verzichten viele auf Reisen ins Ausland. Vor allem Garmisch-Partenkirchen erlebt einen Tourismus-Boom. Die ganze Zugspitzregion ist ausgebucht trotz - oder gerade wegen Corona.

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Von
  • Martin Breitkopf

Corona ist besser als jede Imagekampagne – so könnte man das auch kommentieren, was sich gerade im Oberland abspielt. Denn Urlaub in Deutschland ist derzeit beliebt wie nie. Wegen der Corona-Krise verzichten viele auf Reisen ins Ausland. Und vor allem Garmisch-Partenkirchen erlebt einen wahren Tourismus-Boom, die ganze Zugspitzregion ist ausgebucht.

Ausländer bleiben weg - Deutsche kommen in Scharen

Die für den Tourismus im Oberland so wichtigen Passionsspiele in Oberammergau sind abgesagt. Wegen der Flugbeschränkungen sind so gut wie keine Gäste aus Fernost oder Übersee da. Trotzdem sind Hotels, Pensionen und Campingplätze restlos ausgebucht. Damit hatte vor Ort keiner gerechnet, nicht einmal in den kühnsten Träumen.

Campingboom trifft auf Corona - Grainau restlos ausgebucht

Zum Beispiel die beiden Campingplätze in Grainau: Corona hat den Campingboom beflügelt. Hunderte Reservierungsanfragen und Anrufe am Tag sind zurzeit keine Seltenheit - Geschäftsführer Werner Wilhelm und sein Team werden sprichwörtlich überrannt. Auffällig viele Familien und junge Paare haben die Zugspitzregion entdeckt.

"Es hat sich etwas verändert. Wir haben deutlich mehr Familien mit kleinen Kindern – die normal ans Meer fahren. Die aber jetzt sagen: Meer wollen wir nicht, wir wollen nicht ins Ausland fahren. Und da bleibt nur Bayern als Urlaubsland übrig." Werner Wilhelm, Geschäftsführer Campingplatz Zugspitze

Corona schafft das, was bisher keine Imagekampagne geschafft hat

Berge statt Strand – den Trend bestätigt auch Daniel Schimmer, der örtliche DEHOGA-Obmann und Hotelmanager vom Garmischer Hof. Die Stornierungen ausländischer Gäste wurden locker durch Inlandstouristen wettgemacht. Viele sind zum ersten Mal in Garmisch-Partenkirchen, viele jünger als der bisherige Gästedurchschnitt. Daniel Schimmer hofft jetzt auf einen nachhaltigen Effekt für den Tourismus in der Region. Er sieht die Chance, dass Deutschland und auch Garmisch-Partenkirchen durch die neue Gästestruktur ein neues Image bekommen.

Garmisch-Partenkirchen ist die Tourismushochburg in Deutschland

Das hat auf jeden Fall eine aktuelle Studie der Zeitschrift "Kommunal" vor paar Tagen herausgefunden. Deutschlandweit wurden 585 kleine und mittlere Kommunen unter die Lupe genommen und nach ökonomischen und tourististischen Faktoren verglichen. Das Ergebnis: Es gibt keinen anderen Ort in Deutschland, der mehr vom Coronaeffekt im Tourismus profitiert als Garmisch-Partenkirchen.

Einheimische genervt - Forderung nach Lösungen

Doch ist der Tourismus-Boom Fluch und Segen zugleich. Einheimische klagen über eine immer größere Belastung; durch die steigende Anzahl von Tagesausflüglern kommt es regelmäßig zu einem Verkehrschaos. Der Ruf nach einer Entlastung im Ort wird immer lauter. Sogar Touristiker und Hotelbetreiber sehen eine Grenze erreicht - mit jedem Stau im Oberland steige die Gefahr, dass die positive Stimmung kippt.

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