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Tourismus und Corona: Schwere Zeiten für private Gastgeber | BR24

© BR/Christine Haberlander

Blick vom Balkon einer Ferienwohnung auf Ruhpolding. Wegen der Ausgangsbeschränkungen bleiben zurzeit Ferienwohnungen leer.

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    Tourismus und Corona: Schwere Zeiten für private Gastgeber

    Mit dem Start der Osterferien hätte für die gut 200.000 privaten Vermieter von Ferienwohnungen und Zimmern in Deutschland die Saison erst richtig begonnen. Doch das Coronavirus bringt die Kleinbetriebe in Schwierigkeiten. Ein Beispiel aus Ruhpolding.

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    Babsi und Thomas Christofori haben vor zwei Jahren das frühere Gästehaus Bojernhof hoch über Ruhpolding kernsaniert. Im letzen Jahr kamen die ersten Gäste in die beiden Ferienwohnungen und auch jetzt wollten viele ihren Urlaub wieder hier verbringen. Doch wegen des Coronavirus stornieren die Gäste ihren Urlaub und statt nun Geld zu verdienen, sind die Beiden damit beschäftigt, den Gästen ihre Anzahlungen zu erstatten.

    Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

    Keine Einnahmen, aber Kosten

    Die Christoforis haben nun erst einmal keine Einnahmen durch die Vermietung der Ferienwohnungen, doch die Kosten bleiben, zum Beispiel für die Rückzahlung des Kredits für den Umbau des Hauses. An finanzielle Unterstützung vom Staat kommt die Familie erst, wenn das Vermögen aufgebraucht ist. Natürlich gehe es weiter, sagt Babsi Christofori. Schließlich hätte die Familie einen Bauernhof und Grundbesitz, doch es täte weh, wenn sie wegen der Corona-Krise etwas verkaufen müssten.

    © BR/Christine Haberlander

    Vermieter Thomas Christofori hofft, dass bald wieder Gäste in seine Ferienwohnungen kommen können.

    Aktuelle Entwicklungen zum Coronvirus in Oberbayern finden Sie hier.

    Verband: Effektivere Hilfe nötig

    Beim Geschäftsführer des Verbands der privaten Gastgeber steht seit Tagen das Telefon nicht mehr still, weil den Mitgliedsbetrieben das Geschäft komplett wegbricht. Die Privatvermieter würden die Maßnahmen der Regierung gegen das Coronavirus zwar voll unterstützen, nur müsste touristischen Betrieben in dieser Zeit effektiver geholfen werden, findet Geschäftsführer Markus Ritter. Er schlägt vor, dass der Staat die Stornokosten übernehmen und so die privaten Vermieter von Ferienwohnungen unterstützen könnte.

    Folgen für ganze Urlaubsregionen

    Viele Privatvermieter und auch Verbands-Geschäftsführer Markus Ritter hoffen, dass die Corona-Krise sobald wie möglich überstanden ist. Denn wenn die Beschränkung zum Beispiel drei bis vier Monate dauern würden, könnten die Folgen enorm sein, sagt Markus Ritter. Viele Vermieter würden sich dann möglicherweise entscheiden, ihre Wohnungen fest zu vermieten und nicht mehr an Feriengäste.

    "Was das für ganze Urlaubsregionen bedeuten würde, kann sich eigentlich keiner vorstellen. Wenn da nur die Hälfte wegbrechen würde, betrifft das in Windeseile die gesamte Infrastruktur: Freizeiteinrichtungen, Bäcker, Metzger...!" Markus Ritter, Geschäftsführer Verband der privaten Gastgeber

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