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Tourismus in Corona-Zeiten: Wieder mehr Gäste im Frankenwald | BR24

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Aufgrund der Corona-Pandemie sind viele zu Hause geblieben oder haben den Sommerurlaub in der Region verbracht. Aber nicht alle Gaststätten, Pensionen und Hotels haben davon profitieren können. Nun wird Bilanz gezogen.

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Tourismus in Corona-Zeiten: Wieder mehr Gäste im Frankenwald

"Urlaub daheim" bringt Besucher auch in den Frankenwald. Camping und Ferienwohnungen sind gut gebucht. Auch die "Villa Siegfried", ein Hotel Garni in Bad Steben, scheint die Krise überstanden zu haben. Es kommen wieder mehr Gäste.

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Christine Gölkel ist einigermaßen zufrieden. Ihr Hotel Garni, die "Villa Siegfried" in Bad Steben im Landkreis Hof, verzeichnet seit dem Ende des Lockdowns eine verstärkte Nachfrage. Die meisten Urlauber kommen aus Oberfranken oder den angrenzenden Regionen in ihr Elf-Zimmer-Haus im Frankenwald. Die Urlauber bleiben zwischen zwei und drei, manchmal sogar 14 Tage. Der Trend zum sogenannten "Urlaub daheim" macht sich durchaus bemerkbar. An das Maskentragen im Haus haben sich die Gäste einigermaßen gewöhnt.

Auch Einheimische machen Urlaub im Frankenwald

Dass wieder mehr Touristen kommen, bestätigt Markus Franz von der Touristinformation Frankenwald. Die Touristiker zählen tatsächlich mehr einheimische Besucher. Die kommen zum Wandern, Radeln oder unternehmen Motorradtouren. Nach den Angaben der Übernachtungsbetriebe steigt die Zahl der Urlauber allmählich wieder an. Noch wartet die Tourismuszentrale in Kronach auf die endgültigen Daten vom Landesamt für Statistik, die erst in zwei Monaten vorliegen.

Viele Gäste buchen ihren Urlaub im Frankenwald online

Fürs Erste müssen die Zahlen der Online-Buchungen als Beleg dienen. Die haben sich im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt. Markus Franz von der Touristinformation Frankenwald erklärt sich das mit dem Ausfall der Reisebüros während des Lockdowns und der teilweise unübersichtlichen Lage: Welche Bestimmungen gelten ab wann? Dürfen Hotels wieder öffnen? Wie viele Gäste dürfen sie aufnehmen? Wie steht es um die Gastronomie? Was ist mit den Abstandsregeln? Das habe Verunsicherung geschaffen. Viele Gäste hätten sich folglich je nach Lage selber informiert und selber gebucht.

Tourismus hat sich wegen Corona noch nicht erholt

Zu leiden haben noch immer die Hotels. Egal ob im Frankenwald oder im Fichtelgebirge, die Auslastung hinkt der des vergangenen Jahres hinterher. Was auch am Wirrwarr um die Corona-Regeln lag und liegt. Die Urlauber gehen lieber campen, beziehen Ferienwohnungen oder reisen mit einem Wohnmobil an. Das sei sicherer, als in einem vermeintlich engen Hotel anderen Gästen zu Nahe zu kommen. Das bestätigt auch Ferdinand Reb von der Tourismuszentrale Fichtelgebirge. Folglich seien die Hotels nur zu 50 bis 60 Prozent ausgebucht.

"Beim Camping und bei den Wohnmobilisten haben wir an manchen Orten und in manchen Betrieben durchaus Zahlen, die sogar über denen des Vorjahres liegen. Aber das Gros ist natürlich in den Hotels unterwegs, und da haben wir ganz andere Flaschenhälse, die uns touristisch schon wehtun." Ferdinand Reb, Tourismuszentrale Fichtelgebirge

Auch Busreisen finden in diesem Jahr kaum statt. Im Herbst werde man sehen, wie die Hotels durch die Krise gekommen sind und ob weitere Finanzhilfen nötig werden, so der Tourimusmanager.

Finanzhilfe für Hotels und Pensionen auch im Frankenwald nötig

Bislang erhalten die Betriebe die sogenannte Corona-Soforthilfe zwischen 9.000 und 50.000 Euro und eine Überbrückungshilfe zwischen 9.000 und 150.000 Euro, jeweils abhängig von der Betriebsgröße und der Anzahl der Beschäftigten. Außerdem wurde die Mehrwertsteuer auf sieben Prozent gesenkt. Die LfA Förderbank Bayern und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bieten Sonderkreditprogramme an. Allerdings müssen diese Kredite irgendwann zurückgezahlt werden.

Lockdown wegen Corona hätte nicht länger dauern dürfen

Christine Gölkel ist mit ihrem kleinen Familienbetrieb in Bad Steben einigermaßen unbeschadet durch die Corona-Zeit gekommen. Sie und ihre fünf Mitarbeiterinnen nutzten die Zeit ohne Gäste für Reparaturen und Renovierungen. In Kurzarbeit musste die Chefin niemanden schicken. Allerdings hätte wegen ihrer finanziellen Verpflichtungen der Lockdown auch nicht länger dauern dürfen, meint Christine Gölkel. Seit der Wiederöffnung ihrer "Villa Siegfried" an Pfingsten kommen auch die Gäste wieder. Sie könne sich nicht beklagen, meint die Chefin des Hotel Garni in Bad Steben.

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