BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© pa / dpa
Bildrechte: pa / dpa

Rote Ampel vor einem Hotel

16
Per Mail sharen

    Bayerischer Tourismus: Geteilte Prognosen für Stadt und Land

    Kaum eine Branche ist von der Coronakrise so betroffen wie der Tourismus. Bayerns Hotels mussten bislang einen Einbruch bei den Gästezahlen von 40 Prozent verkraften. In Zukunft werden Experten zufolge besonders Betriebe in Städten weiter verlieren.

    16
    Per Mail sharen
    Von
    • Ralf Schmidberger

    Sicher ist, dass nichts sicher ist – das ist der Tenor bei bayerischen Tourismusexperten. Vergleichsweise zuversichtlich blicken sie auf ländliche Regionen im Freistaat. Umfragen zeigen laut Professor Jürgen Schmude von der LMU München, dass immer mehr Menschen nachhaltig und naturnah Urlaub machen wollen. Und davon könnte Bayern profitieren, machte er bei einer Online-Diskussion des Bayerischen Zentrums für Tourismus deutlich.

    Eher "Undertourism" als "Overtourism"

    Die Gefahr eines "Overtourism" bestehe nicht, meinen Fachleute. Im Gegenteil, meinte Thomas Geppert vom Hotelverband Dehoga. In den allermeisten Regionen gebe es noch genügend Kapazitäten für Gäste. Ein Ansturm auf einzelne Ziele wie im vergangenen Sommer etwa im Allgäu, Garmisch-Partenkirchen oder Berchtesgaden sei von Tagesgästen ausgegangen. Dies müsse schon von vornherein verhindert werden – etwa mit einer digitalen Besucherlenkung, merkte Professor Alfred Bauer von der Hochschule Kempten an. Dies gelte auch für den kommenden Winter, wenn je nach Schneelage einige Orte möglicherweise überrannt werden könnten.

    Geschäftsreisen nie mehr wie früher?

    Die Hotellerie und Gastronomie in den Städten muss sich hingegen auf harte Zeiten einstellen – und das langfristig. Wie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) glauben die Tourismusexperten, dass auf absehbare Zeit keine Präsenz-Messen und –Tagungen wie vor Corona stattfinden werden. Aiwanger geht außerdem davon aus, dass Geschäftsleute in Zukunft grundsätzlich deutlich weniger reisen werden. Ein großes Fragezeichen gibt es außerdem, was den Städtetourismus angeht. Keine guten Vorzeichen für die Hotels und Restaurants in Metropolen wie München, Nürnberg, Würzburg, Regensburg und Augsburg.

    Ein Drittel der Betriebe vor dem Aus

    Nach Einschätzung des Dehoga wird bayernweit ein Drittel der Betriebe aus dem Gastgewerbe die Corona-Krise nicht überstehen. Geschäftsführer Geppert fordert deshalb von der Politik umgehende weitere Soforthilfen. Außerdem mahnte er für die Hotels mehr Planungssicherheit an. Dass von jetzt auf gleich die Gäste abreisen müssten wie gerade im Berchtesgadener Land, gehe nicht an, so Geppert, zumal in den Übernachtungsstätten aufgrund von Hygienekonzepten keine Corona-Ansteckungsgefahr bestehe. Das würden auch Daten des Robert-Koch-Instituts belegen.

    "Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!