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Stadtpfarrkirche Sankt Ulrich in Augsburg - die Rampe für Rollstuhlfahrer endet an einer zu hohen Schwelle.
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Stadtpfarrkirche Sankt Ulrich in Augsburg - die Rampe für Rollstuhlfahrer endet an einer zu hohen Schwelle.

Über 38 000 Schwerbehinderte leben in Augsburg. Auch unter den 15 Millionen Tagesausflüglern, die pro Jahr nach Augsburg kommen, sind Menschen mit Handicap, die die historischen Bauten und Museen der Stadt möglichst barrierefrei erreichen möchten. Stadtrat Benedikt Lika ist selbst Rollstuhlfahrer. Zusammen mit dem Tourismusamt der Stadt Augsburg hat er mehrere Touren entwickelt, auf denen Menschen mit Behinderung die Sehenswürdigkeiten der Stadt besichtigen können – ganz reibungslos aber klappt das noch nicht.

Hohe Schwelle hinter Rampe stoppt Rollstuhlfahrer

Benedikt Lika ist auf Grund eines Gendefekts seit seiner Geburt minderwüchsig. Ein kurzer Druck am Hebel, dann rollt der 35-Jährige die Maximilianstraße hinunter. Wenn er hier in der Innenstadt von Augsburg Sehenswürdigkeiten besuchen möchte, bleibt er immer wieder ausgesperrt. So zum Beispiel in der Stadtpfarrkirche Sankt Ulrich: Vor dem Eingang zum evangelischen Teil hat man eine aufwändige Rampe aus Beton gebaut. Diese soll Gehandicapten den Zugang erleichtern. Doch die Schwelle der Eingangstür am Ende der Rampe wurde nicht abgesenkt. Mit seinem Rollstuhl hat Lika keine Chance, das Hindernis zu überwinden.

Mit dem Aufzug in Augsburgs Goldenen Saal

Lika hat Kunstgeschichte studiert. Im Schaezler-Palais würde er gerne den Rokokosaal und die Barockgalerie besuchen. Doch auch hier erwartet ihn ein unüberwindbares Hindernis: die geschwungene Treppe mit hohen Stufen am Eingang des historischen Gebäudes. Besser dagegen sieht es im Augsburger Rathaus aus. Dort öffnet sich der Seiteneingang automatisch, als Lika über die Rampe hinauffährt. Der Aufzug bringt ihn zum Goldenen Saal. Vorbildlich findet er diese Lösung. Likas Fazit: Einige Touristenziele in Augsburg sind in puncto Barrierefreiheit sehr gut ausgestattet, bei anderen gibt es noch viel zu tun.