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Tourismus im Allgäu: "Die Grenze ist erreicht" | BR24

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Die Allgäuer stehen zu einem sehr großen Teil hinter dem Tourismus in der Region. Sie denken aber auch, dass es an Wachstum in der Branche inzwischen reicht.

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Tourismus im Allgäu: "Die Grenze ist erreicht"

Der Tourismus ist für das Allgäu Fluch und Segen zugleich. Einerseits füllt er die Geldbeutel, andererseits sind Staus, teure Mieten und Umweltzerstörung die Folge. Nun zeigt eine Umfrage der Hochschule Kempten: Die Grenze ist für viele erreicht.

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Die Allgäuer stehen zu einem sehr großen Teil hinter dem Tourismus in der Region. Sie denken aber auch, dass es an Wachstum in der Branche inzwischen reicht. Das ist das Ergebnis einer Studie der Hochschule Kempten.

Das Allgäu braucht den Tourismus

Fast 90 Prozent der Allgäuer sagen demnach, das Allgäu brauche den Tourismus – viele Leute lebten davon. Auf der anderen Seite stimmt aber auch fast die Hälfte der fast 2.000 Befragten der Aussage zu: "Es ist gut so wie es ist – wir brauchen nicht mehr und nicht weniger Tourismus." Die Grenze in der Region sei also erreicht, sagt Alfred Bauer, Dekan der Tourismus-Management-Fakultät in Kempten.

Kein Overtourism

An einigen Orten wie dem Schloss Neuschwanstein sei die Grenze zu bestimmten Zeiten sogar überschritten. Dennoch könne von sogenanntem Overtourism, dem "Übertourismus", im Allgäu keine Rede sein. Die Einheimischen sind laut der Studie mehrheitlich der Meinung, dass die Region vom Tourismus nicht nur wirtschaftlich profitiert, sondern auch im Bereich der Kultur und beim Freizeitangebot.

Kritik an Verkehr, teuren Mieten, Umweltzerstörung

Als besonders negative Effekte empfanden die Befragten die hohe Verkehrsbelastung, überteuerte Mieten und Immobilienpreise sowie eine Zerstörung der Umwelt. Für die Zukunft wünschen sich die Allgäuer, dass mehr Wert auf naturverträglichen Tourismus und hochwertige Angebote gelegt wird.

Obergrenzen für Touristen?

Außerdem sprachen sie sich mehrheitlich dafür aus, dass die Bevölkerung bei der touristischen Weiterentwicklung verstärkt mit einbezogen wird. Als Steuerungsmaßnahmen finden bei den Allgäuern vor allem Verhaltensregeln für Besucher eine breite Zustimmung sowie eine gezielte Besuchersteuerung durch Ticketsysteme und Besucher-Obergrenzen bei touristischen Attraktionen. Wenig halten die Einheimischen von spürbar höheren Eintrittspreisen.

Für die Studie hat die Hochschule Kempten in Zusammenarbeit mit der Uni Passau zwischen März und Mai 1.854 Allgäuerinnen und Allgäuer telefonisch befragen lassen.

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Studie: Allgäuer stehen hinter dem Tourismus in ihrer Region. Doch sie denken auch, dass es an Wachstum inzwischen reicht.