BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Sylvia Bentele
Bildrechte: BR/Sylvia Bentele

In den Pfingstferien hat es wieder die ersten Urlauber in den Bayerischen Wald gezogen

11
Per Mail sharen

    Tourismus im Bayerwald: Gemischte Bilanz zum Pfingstferienende

    In den Pfingstferien haben in beliebten bayerischen Regionen die ersten Gäste wieder Urlaub gemacht. Neben den Besuchern freuten sich auch die Hotelbetreiber. Doch nicht alle Unterkünfte hatten geöffnet. Das wird sich jedoch wohl bald ändern.

    11
    Per Mail sharen
    Von
    • Renate Roßberger
    • BR24 Redaktion

    Ab Montag werden auch die Corona-Beschränkungen in der Tourismusbranche im Freistaat weiter gelockert. Bereits zum Beginn der Pfingstferien vor zwei Wochen hatte es erste Öffnungsschritte gegeben. Seitdem durften Betreiber von Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und Camping-Plätze in Regionen mit einer stabilen Inzidenz unter dem Grenzwert von 100 grundsätzlich wieder Gäste für touristische Übernachtungen empfangen. Monatelang war das nicht möglich.

    Höhere Buchungszahlen in der zweiten Ferienwoche

    Auch im Bayerischen Wald machten die ersten Besucher wieder Urlaub. Doch gerade die erste Woche der Pfingstferien lief laut dem Tourismusverband Ostbayern durchwachsen – unter anderem weil nahezu alle Freizeiteinrichtungen im Bayerwald noch geschlossen bleiben mussten, dazu kam schlechtes Wetter. In der zweiten, sonnigeren Ferienwoche seien die Buchungszahlen jedoch deutlich gestiegen, so der Verband.

    "Balsam für die Seele"

    Die Touristen freuen sich, endlich wieder Urlaub machen zu können. "Ich bin froh, dass wir wieder wegkonnten, weil wir zwei Jahre nicht weg waren", sagte eine Bayerwald-Besucherin. Eine andere meinte: "Es ist Balsam für die Seele, denn wir sitzen seit eineinhalb Jahren im Homeoffice und langsam fällt uns echt die Decke auf den Kopf."

    Strenge Hygieneregeln

    Auch die Betreiber von Hotels, Ferienwohnungen und anderen Unterkünften im Bayerischen Wald sind erleichtert – wie zum Beispiel Tina Büttner. Ihr gehört die Pension Bayerwald in Frauenau im Kreis Regen. "Ich bin heilfroh, dass es wieder läuft. Das ist unser Haupterwerb und die Situation war wirklich existenzbedrohend", sagt Büttner. Dreimal am Tag geht sie durch das Haus und desinfiziert Lichtschalter, Griffe und WCs. Es gibt strenge Hygienevorschriften. Bevor Büttner ein Zimmer saubermacht, wird es intensiv gelüftet.

    Sie und ihr Mann haben kein Personal. Stecken sie sich an, müssen sie die Pension wieder schließen. Bis auf die frisch von den Hühnern gelegten Eier muss Büttner ihren Gästen zum Frühstück alles abgepackt servieren - von der Butter über die Marmelade bis hin zu Salz und Pfeffer.

    Nicht alle Hotels haben geöffnet

    Im Hotel St. Florian in Frauenau waren in den Pfingstferien noch keine Besucher zu Gast, stattdessen gehen Handwerker ihrer Arbeit nach. Das Hotel erneuert derzeit die Bar und das Restaurant für rund eine Million Euro. Eigentlich wären die Umbaumaßnahmen für das kommende Jahr geplant gewesen, doch wegen des langen Lockdowns finden sie schon jetzt statt.

    Für einige kamen die Lockerungen zu kurzfristig

    Für Hotelbesitzerin Lucia Koller kamen die Öffnungsschritte für den Tourismus und die damit verbundenen Auflagen vor den Pfingstferien viel zu kurzfristig. Die neun Seiten Vorschriften seien in der kurzen Zeit nicht umzusetzen gewesen, sagt sie. "Das ist auch wahnsinnig kompliziert geschrieben, da braucht man schon fast eine juristische Ausbildung, um das Hygienekonzept zu verstehen. Da wird auf tausend andere Verordnungen verwiesen, die wiederum aufeinander verweisen."

    Auch aufgrund der Unsicherheit von möglicherweise wieder steigenden Inzidenzwerten und einer dann erneut drohenden Schließung entschied sich Koller vorerst gegen Gästeübernachtungen. Die rund vierzig Mitarbeitenden des Hotels bleiben in Kurzarbeit – zumindest bis Mitte Juni, dann will das Hotel wieder öffnen. Mit ihrer abwartenden Haltung war Koller nicht allein.

    Reger Zulauf im Corona-Testzentrum in Bodenmais

    Dagegen ist im Corona-Testzentrum für Gäste in Bodenmais im Bayerischen Wald vor allem in der zweiten Pfingstferienwoche viel los. Alle 48 Stunden muss sich jeder Gast in Bayern testen lassen. Bis zu 20 Mitarbeitende der Caritas und einer örtlichen Apotheke führen täglich Tests bei 300 bis 600 Besuchern durch. "Der Gast kommt, registriert sich mit der Gästekarte, geht direkt zum Test und das war’s", so Evi Hackl von der Touristinfo Bodenmais. Das Ergebnis gibt es wenig später auf das Handy.

    Lockerungen bei Tests

    Künftig sind diese regelmäßigen Tests bei Urlaubern nur in Regionen mit einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 nötig. Bei der Ankunft muss jedoch nach wie vor jeder Übernachtungsgast einen Nachweis über ein negatives Corona-Testergebnis erbringen – unabhängig von der örtlichen Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner. Ausgenommen sind vollständig Geimpfte und Genesene.

    "Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!