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Am 17. April 2011 stirbt ein Familienvater auf der Straße: Sein Motorrad rutscht auf einem Ölfleck weg - ein Ölfleck, der absichtlich verursacht wurde. Und es gibt weitere Anschläge, zu denen der Täter bis heute nicht ermittelt ist.

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Toter Motorradfahrer: Zehn Jahre nach dem "Ölfleck-Anschlag"

Vor zehn Jahren starb ein Familienvater aus Markt Rettenbach im Allgäu bei einem Motorradunfall. Der 37-Jährige war auf einer Öllache ausgerutscht, die jemand absichtlich auf der Straße platziert hatte. Der Täter ist noch immer unbekannt.

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Von
  • Florian Regensburger
  • Veronika Scheidl

Am Palmsonntag vor zehn Jahren brach der damals 37-jährige Familienvater aus Markt Rettenbach (Landkreis Unterallgäu) zu einem Ausflug mit dem Motorrad auf – von dem er nicht lebend zurückkehrte. In einer Kurve stürzte er und prallte frontal in ein entgegenkommendes Auto. Der Vater von zwei Kindern starb noch an der Unfallstelle. Der Grund für den Unfall war eine Öllache, die ein Unbekannter absichtlich auf der Straße platziert hatte.

Öllache auf der Straße: Motorradfahrer war chancenlos

"Der Motorradfahrer war nach unserer Einschätzung chancenlos. In dem Moment, wo er auf diesen Ölfleck kommt, verliert das Motorrad einfach die Straßenhaftung und es kommt unweigerlich zum Sturz", sagt der Leiter der Kemptener Kriminalpolizei, Josef Ischwang. Der Täter hat mutmaßlich eine mit Motoröl gefüllte Weinflasche aus dem fahrenden Auto geworfen. Die Flasche zerbrach, die Öllache vor einer Kurve auf der Straße von Markt Rettenbach nach Ottobeuren wurde für den Familienvater zur tödlichen Falle.

Weitere Ölfallen im Allgäu

Noch acht weitere solcher Ölfallen fand die Polizei an diesem 17. April 2011 auf Straßen im Allgäu. Da der nördlichste Fund bei Erkheim und der südlichste bei Ronsberg im Ostallgäu rund 15 Kilometer Luftlinie auseinander liegen, ging die Polizei gleich davon aus, dass der Täter motorisiert gewesen sein muss: vermutlich war er mit dem Auto unterwegs, um die neun mit Öl gefüllten Flaschen transportieren zu können.

DNA gefunden, Täter unbekannt

Anhand von Glasscherben der zerbrochenen Flaschen hat die Polizei die DNA des Täters identifiziert. Es ist dieselbe Person, die seit 2007 bereits an sieben weiteren Orten in Bayern und Baden-Württemberg insgesamt an die 50 mit Öl gefüllte Flaschen auf Straßen geworfen hatte. Mit dem Todesfall in Markt Rettenbach endete die Serie.

Polizei bekommt immer noch Hinweise

Die Sonderermittlungsgruppe Ölfleck aus bis zu 14 Polizisten fahndete bis 2014 mit Hochdruck nach dem Täter. Auch ein DNA-Reihentest an rund 1.400 Personen aus der Region brachte keinen Erfolg. Dass der Täter aus der Gegend kommen könnte, war auch nur eine Vermutung.

Noch immer gehen bei der Polizei Hinweise ein, allein zehn im letzten halben Jahr. Diese sind laut Kriminalpolizist Ischwang aber meist sehr unkonkret und etwa derart, dass jemand gesehen habe, wie jemand anderes einen Ölkanister in seine Garage getragen habe.

Die Beamten hoffen nach wie vor auf die entscheidende heiße Spur. Als am aussichtsreichsten wird dabei ein Zufallstreffer bei einem DNA-Abgleich erachtet.

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Vor zehn Jahren starb ein Familienvater aus Markt Rettenbach im Allgäu bei einem Motorradunfall. Der 37-Jährige war auf einer Öllache ausgerutscht, die jemand absichtlich auf der Straße platziert hatte. Die Polizei sucht weiter nach dem Täter.

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