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In Bischofsmais im Landkreis Regen ist ein toter Luchs gefunden worden. Die tödlichen Verletzungen stammen wohl nicht von einem Autounfall.

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Toter Luchs aufgefunden: Polizei geht von Straftat aus

Aktuell geht die Polizei von einer Straftat aus: In Bischofsmais im Landkreis Regen ist ein toter Luchs gefunden worden. Die tödlichen Verletzungen stammen wohl nicht von einem Autounfall. Noch hält sich die Polizei bedeckt.

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Von
  • Konstantin König
  • BR24 Redaktion

Im Gemeindegebiet Bischofsmais im Kreis Regen ist in einem Waldstück nahe einer Kreisstraße eine tote Luchsin gefunden worden. Das hat das Polizeipräsidium Niederbayern am Dienstag mitgeteilt. Laut Polizei wies das Tier Verletzungen auf, die nicht auf einen Verkehrsunfall als Todesursache schließen lassen.

Luchs womöglich durch Menschenhand getötet

Wie ein Polizeisprecher auf BR-Anfrage mitteilt, hat eine erste Untersuchung durch einen Tierarzt den Verdacht ergeben, dass der Luchs durch Menschenhand tödlich verletzt wurde. Es steht der Verdacht einer Straftat im Raum. Genaue Details zur Art der Verletzung wollte der Polizeisprecher zum aktuellen Zeitpunkt nicht preisgeben - es wird noch eine Untersuchung im Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin abgewartet. Dorthin wurde der tote Luchs gebracht.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln

Die tödlichen Verletzungen wurden dem Tier laut Polizei wohl bereits vor mehreren Wochen zugefügt. Die weiteren Ermittlungen führt die Polizeiinspektion Regen in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Deggendorf.

Naturschutzorganisationen sind "entsetzt"

Naturschutzorganisationen reagieren "entsetzt" auf die mutmaßliche Tötung. Der Fund wecke "bittere Erinnerungen an die gezielten Tötungen von Luchsen im Bayerischen Wald vor einigen Jahren", schreiben der Landesbund für Vogelschutz und die Gregor Louisoder Umweltstiftung in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Man vertraue jetzt auf die "professionelle und engagierte Arbeit der Polizei bei der Ermittlung der Todes- und Tatumstände". Dadurch bestehe die große Chance, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer, dass im Fall einer Straftat der oder die Täter ermittelt und zur Rechenschaft gezogen würden.

"Herber Verlust für die Luchspopulation"

Der gewaltsame Tod einer Luchsin sei außerdem ein besonders herber Verlust für die bayerische Luchspopulation. Denn nach den aktuellen Zahlen über den Luchsbestand gebe es nur rund ein Dutzend reproduktionsfähiger Luchsweibchen in Bayern. Die Tiere stehen auf der Roten Liste und werden seit dem Jahr 2020 sogar als vom Aussterben bedroht eingestuft, so der Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung Claus Obermeier.

Die Naturschutzverbände verweisen auf ihre 2019 gegründete bayernweite Datenbank, in der alle Fälle und auch Verdachtsfälle von Naturschutzkriminalität gespeichert werden. Sie soll mithelfen, Daten zu sammeln und einzelne Fälle auch langfristig weiter zu verfolgen.

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