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Tote Jugendliche in Nordendorf: Gefahr durch synthetische Drogen | BR24

© pa/dpa

syntetische Drogen (Symbolbild)

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    Tote Jugendliche in Nordendorf: Gefahr durch synthetische Drogen

    Zwei Jugendliche aus Nordendorf starben durch synthetische Drogen. Immer wieder gefährden sich Jugendliche durch den Konsum. Um Jugendliche von Drogen fern zu halten, brauche es mehr als Prävention, sagt Uwe Schmidt von der Drogenhilfe Schwaben.

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    Ecstasy, MDMA, Speed oder Pep – Synthetische Drogen oder Amphetamine tragen viele Namen und zählen bei Jugendlichen zu den beliebtesten illegalen Drogen, sagt Uwe Schmidt, Geschäftsführer der Drogenhilfe Schwaben. Klassische Drogen für Jugendliche seien zwar nach wie vor Alkohol und Nikotin. Wenn es um illegalen Konsum gehe, kämen Amphetamine aber gleich hinter Cannabis.

    Schmidt: "Der Konsument ist Versuchskaninchen."

    Dabei sei seiner Erfahrung nach vor allem deren leistungssteigernde Wirkung für Jugendliche attraktiv, die "viel in die Schule gehen müssten, aber abends noch feiern gehen wollten". Amphetamine seien dabei wie "eine Peitsche für das müde Pferd". Die Gefahr liege dabei darin, dass man als Konsument bei synthetischen Drogen nie wisse, was darin enthalten sei. Der "Konsument ist immer ein Versuchskaninchen", warnt Schmidt.

    Drogenkauf über Freunde und das Internet

    Dabei sei es für Jugendliche nicht schwer, an Drogen zu kommen. Oft laufe der Kontakt über ältere Freunde, denen man signalisieren könne, dass man Interesse an Drogen habe. Auch übers Internet könnten Jugendliche heutzutage problemlos an Drogen kommen, ohne dass die Eltern etwas mitbekämen.

    Was Eltern tun können

    Gerade für die Eltern sei es auch schwierig, mitzubekommen, wenn das eigene Kind Drogen konsumiere. "Man kriegt mit, dass was nicht stimmt", sagt Schmidt. Gerade in der Pubertät, wenn sich Jugendliche öfter mal zurückzögen oder über die Stränge schlügen, sei aber schwer zu beurteilen, ob wirklich ein Problem da ist. Eltern sollten deshalb einen guten Kontakt zu ihren Kindern pflegen und lieber früher Hilfe holen, wenn sie sich unsicher seien, empfiehlt Schmidt.

    © BR/Johannes Hofelich

    Eltern sollten sich lieber früher Hilfe holen, wenn sie vermuten, dass ihre Kinder Drogen nehmen, rät Uwe Schmidt von der Drogenhilfe Schwaben.

    Drogenprävention an Schulen

    Umgekehrt rät Schmidt aber auch Jugendlichen, die merken, dass sie ein Problem haben, mit ihren Eltern zu sprechen oder Beratungsangebote, etwa der Drogenhilfe Schwaben anzunehmen. Oft sei es einfacher, mit einem Außenstehenden zu reden, als mit den eigenen Eltern. Deshalb sei die Drogenhilfe Schwaben auch an Schulen unterwegs, um Präventionsarbeit zu leisten.

    Drogenprävention geht alle an

    Denn ein Einzelner könne des Problem nicht lösen, so Uwe Schmidt. "Das kann die Justiz nicht, das kann die Drogenhilfe nicht, das können die Eltern nicht." Stattdessen müsse in der gesamten Gesellschaft ein Interesse daran sein, etwas für Jugendliche aufzubauen und ihnen so Alternativen zu zeigen, wie sie auch ohne Suchtmittel Spaß haben könnten. "Niemand möchte zum Beispiel einen Jugendtreff in der Nachbarschaft haben. Wo ist dann aber der Platz für Jugendliche?"

    Schmidt: "Hotspot für Drogen ist die Jugend."

    Die Gesellschaft müsse hinter den Jugendlichen stehen und ihnen durch die schwierige Jugendzeit helfen. Denn seiner Meinung nach gebe es keinen örtlichen Hotspot, wenn es um Drogen gehe. "Der Hotspot für Drogen ist die Jugendzeit", so die Erfahrung vom Uwe Schmidt von der Drogenhilfe Schwaben.

    Für die beiden Jugendlichen in Nordendorf kommen all diese Ratschläge allerdings zu spät. Die beiden 15- und 16-jährigen Jungen starben am vergangenen Wochenende nach dem Konsum synthetischer Drogen. Ein 33-Jähriger sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Er soll den Jugendlichen die Drogen beschafft haben.

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