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Tönnies stellt Schlachtbetrieb auch in Kempten ein | BR24

© pa / dpa / Revierfoto

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    Tönnies stellt Schlachtbetrieb auch in Kempten ein

    Wegen der zahlreichen Corona-Fälle in der Belegschaft ist das Stammwerk des Fleischverarbeiters Tönnies in Nordrhein-Westfalen geschlossen. Das betrifft nun auch einen bayerischen Tönnies-Standort. Auch hier wird derzeit nicht mehr geschlachtet.

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    Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh - dieser Ort ist weit weg von Bayern. Für die bayerischen Bauern gilt das nicht. Für sie hat die Situation rund um den größten Schlachtbetrieb Deutschlands Auswirkungen. Dass dort das Stammwerk des Fleischkonzerns Tönnies geschlossen wurde, weil über 1.300 Mitarbeiter positiv auf Covid-19 getestet worden sind, bekommen jetzt auch die Bauern in Bayern zu spüren.

    Auswirkungen auch auf bayerische Standorte

    Die Firma Tönnies hat auch Niederlassungen im oberfränkischen Bamberg und im Allgäu in Kempten – in Kempten wird seit vergangenem Donnerstag nicht mehr geschlachtet. Das hat in Sprecher von Tönnies dem BR bestätigt.

    In Bamberg geht der Betrieb derweil weiter: Wie eine Sprecherin der Stadt Bamberg auf Anfrage des BR am Montag mitteilte, seien keine Mitarbeiter des städtischen Schlachthofs mit dem Coronavirus infiziert. Deshalb könne Tönnies weiterhin in Bamberg schlachten lassen.

    Stau in der Produktion

    Der Allgäuer Tönnies-Standort hat den Schlachtbetrieb nach Angaben des Unternehmens nicht geschlossen, weil auch dort Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden wären. Es liegt daran, dass es aktuell eine Art Fleischstau gibt. Denn in Kempten werden die Tiere normalerweise geschlachtet. Danach werden die Tiere nach Nordrhein-Westfalen ins jetzt geschlossene Stammwerk von Tönnies gebracht. Erst dort werden sie in die Einzelteile zerlegt und weiterverarbeitet. Diese Produktionskette ist jetzt unterbrochen. Daher werden die bereits in Kempten geschlachteten Tiere jetzt vor Ort zerlegt. Sobald dies geschafft ist, soll in Kempten auch der Schlachtbetrieb wieder aufgenommen werden. Dies soll, so der Sprecher von Tönnies, nächste Woche möglich sein.

    Wohin mit den Tieren?

    Die bayerischen Landwirte, die den Tönnies-Schlachthof beliefern, müssen entweder versuchen, einen anderen Schlachthof zu finden, oder sie bleiben auf ihren Tieren sitzen. Noch ist das aber kein Problem, wie der Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft für Schlachtvieh Allgäu, Berthold Kirchmaier, sagt. Die meisten Tiere werden nun zum zweiten Allgäuer Schlachthof nach Buchloe gebracht. Dieser Betrieb gehört zur Vion-Gruppe und ist von den Vorgängen bei Tönnies nicht betroffen.

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