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Töginger Laden will keine Asylbewerber als Kunden | BR24

© Toni Brandl / Alt-Neuöttinger / Burghauser Anzeiger

Zettel im Schaufenster des Töginger Ladens

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    Töginger Laden will keine Asylbewerber als Kunden

    Die Besitzerin eines kleinen Esoterik-Ladens im Stadtzentrum des oberbayerischen Töging hat mit einem Aushang für Wirbel gesorgt. Auf einem Zettel im Schaufenster fordert sie Asylbewerber auf, nicht mehr bei ihr einzukaufen. Von Hans Häuser

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    Im Schaufenster des Esoterik-Ladens heißt es unter der Überschrift "Achtung! Collectiv-Maßnahme" wörtlich: "Wir wünschen keine Asylanten als Kundschaft in unserem Ladenlokal!" Deswegen muss sich die Besitzerin nun mit Rassismus-Vorwürfen auseinandersetzen.

    Maßnahme gegen Diebstahl und Drohungen?

    Ein Mitarbeiter des Ladens mitten in Töging sagte dem Bayerischen Rundfunk, es seien in der Vergangenheit von Asylbewerbern mehrmals Silberschmuck und Edelsteine gestohlen worden. Zudem seien er und die Besitzerin bedroht worden. Die Inhaberin selbst wollte sich auf Anfrage nur kurz äußern: Sie habe sich nicht mehr anders zu helfen gewußt. Seitdem das Schild hänge, seien auch keine Asylbewerber mehr gekommen. Zuerst hatte der Alt-Neuöttinger Anzeiger über den Fall berichtet. Im Internet wird das Thema kontrovers diskutiert: Es gibt Verständnis für das Vorgehen, aber auch Vorwürfe.

    Besitzerin weist Rassismus als Motiv zurück

    Dem BR erklärte die Frau, sie wisse sehr wohl, dass es überall auf der Welt gute und schlechte Menschen gebe. In dem Schild aber habe sie die schnellste Lösung ihres Problems gesehen.

    Bürgermeister konfrontiert Besitzerin mit Vorwürfen

    Der Töginger Bürgermeister Tobias Windhorst (CSU) nahm persönlich Kontakt zu der Inhaberin des Esoterik-Ladens auf. Die Frau sei sicher weder eine Verrückte noch eine verkappte AfD-lerin, sagte er hinterher. Sie hätte allerdings bei der Polizei Anzeige erstatten sollen. Eine Pauschalsanktionierung sei vermutlich unzulässig, so Windhorst. Der gelernte Jurist kündigte an, den Fall zur Prüfung an die Antidiskrimierungsstelle des Bundes weiterzuleiten.