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Tödliches Autorennen in Selb: Mordanklage gegen Raser | BR24

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Nach dem tödlichen Ende eines Autorennens in Selb hat die Staatsanwaltschaft Hof nun Anklage gegen einen 21-Jährigen erhoben - wegen Mordes.

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Tödliches Autorennen in Selb: Mordanklage gegen Raser

Nach dem tödlichen Ende eines Autorennens in Selb hat die Staatsanwaltschaft Hof nun Anklage gegen einen 21-Jährigen erhoben - wegen Mordes. Der junge Mann aus dem Landkreis Wunsiedel sitzt bereits seit Mitte Februar in Untersuchungshaft.

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Mordanklage nach einem tödlichem Raserunfall in Oberfranken: Es geht um einen Vorfall Anfang Februar in Selb - ein Mann hatte damals einen 19-jährigen Fußgänger aus Kulmbach frontal erfasst. Der Schüler erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Die Staatsanwaltschaft Hof wirft dem damals 20-jährigen Autofahrer vor, sich zuvor mit einem anderen jungen Fahrer ein Autorennen geliefert zu haben. Dabei seien sie teilweise mit bis zu 100 Stundenkilometern durch die Selber Innenstadt gerast und seien mehrfach an einer Gruppe von jungen Leute vorbeigefahren.

Opfer mit "höchstmöglicher Geschwindigkeit" erfasst

Nachdem der andere Autofahrer das Rennen beendet habe, habe der inzwischen 21-jährige gewendet. Nach Überzeugung der Ermittler entschloss er sich, mit "höchstmöglicher Geschwindigkeit" nochmals an der Gruppe vorbeizufahren, um dieser zu imponieren, wie Robert Steiniger, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hof, erklärte.

Auch das spätere Opfer, der 19-jähriger Schüler, war den Angaben zufolge Teil der Gruppe. Ihn soll der mutmaßliche Täter mit einer Geschwindigkeit von 80 bis 90 Kilometern pro Stunde frontal erfasst haben.

Raser-Prozess vor der Jugendkammer in Hof

Die Staatsanwaltschaft Hof geht in ihrer Anklageschrift davon aus, dass neben dem neuen Straftatbestand "Verbotene Autorennen" vor allem auch der Tatbestand des Mordes erfüllt sei. Der Angeschuldigte habe zumindest mit bedingtem Vorsatz den Tod des jungen Kulmbachers sowohl mit gemeingefährlichen Mitteln, als auch heimtückisch verursacht. Er habe die mögliche Todesfolge billigend in Kauf genommen. Da der Angeschuldigte zur Tatzeit das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet habe und damit Heranwachsender gewesen war, wurde Anklage zur Jugendkammer des Landgerichts Hof erhoben.

Wann der Prozess gegen den jungen Mann aus dem Landkreis Wunsiedel vor der Jugendkammer des Landgerichts Hof stattfindet, steht noch nicht fest. Er sitzt seit Mitte Februar in Untersuchungshaft, unter anderem auch wegen sogenannter Verdunkelungsgefahr: Laut den Ermittlungen hatte er nach dem Unfall versucht, Zeugen zu beeinflussen. Die Ermittlungen gegen den anderen Fahrer des illegalen Autorennens läuft noch, teilte die Staatsanwaltschaft Hof heute auf Anfrage des BR mit.

BGH beschäftigte sich erst kürzlich mit Berliner Raser-Fall

Erst vor rund zwei Wochen hatte der Bundesgerichtshof (BGH) ein Mordurteil in einem Autoraser-Prozess in Berlin zum Teil bestätigt. Bei dem Vorfall in der Hauptstadt kam bei einem illegalen Autorennen ein 69-Jähriger ums Leben.

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Nachdem ein Autofahrer im Februar diesen Jahres in Selb einen Fußgänger erfasst hatte, wurde nun Mordanklage gegen den Fahrer erhoben.

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