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Polizist verurteilt

Nach einem tödlichen Unfall mit seinem Streifenwagen hat das Amtsgericht Fürth heute einen 31-jährigen Polizisten wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zudem muss der Beamte die Verfahrenskosten übernehmen und 5.000 Euro Schmerzensgeld an die Schwester des Unfallopfers bezahlen. Der Polizist hat sich vor dem Gericht außerdem entschuldigt.

"Der Angeklagte hat in seinem letzten Wort sehr emotional reagiert. Er hat auch gesagt, er wäre fast lieber in der Rolle des Verstorbenen. Er hat sehr darunter gelitten, er hat Schuldeinsicht und Reue gezeigt." Gerichtssprecher Jürgen Wolf

Streifenwagen im Einsatz

Bei dem Unfall an einer Ampel starb der 30-jährige Fahrer eines Mopeds. Im April vor einem Jahr steuerte der Beamte seinen Streifenwagen zu einem Einsatz. Auf Höhe des Zirndorfer Ortsteils Wintersdorf kam es zu dem tragischen Zusammenstoß. Der Streifenwagen war mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs gewesen, mit mindestens 140 Stundenkilometer, so das Gutachten. Das Polizeiauto erfasste den Mopedfahrer, der von rechts die Straße überqueren wollte. Nach den Ermittlungen hat seine Ampel grün angezeigt. Der Aufprall war so schwer, dass der Mopedfahrer noch an der Unfallstelle starb.

Unfall hätte vermieden werden können

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hätte der Unfall vermieden werden können, wenn der Polizist bei Rot vorsichtiger über die Kreuzung gefahren wäre und gebremst hätte, sobald der Mopedfahrer zu erkennen gewesen war. Der Richter sprach von einer gravierenden Pflichtverletzung. Denn selbst bei Sonderrechten im Einsatz müsse der Fahrer des Einsatzwagens erhöhte Sorgfalt zeigen.