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Vier Forscher waren in der Mühlbachquellhöhle unterwegs, um sie zu erkunden. Einer hat die Expedition nicht überlebt. Er starb noch während der Rettungsaktion. Die Kripo ermittelt.

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Tödlicher Tauchgang in Oberpfälzer Höhle: Was bisher bekannt ist

Es müssen verzweifelte Stunden gewesen sein: Tief unter der Erde versuchen Höhlenforscher, einen verunglückten Kameraden wiederzubeleben. Was genau in der Höhle in Dietfurt passiert ist - unklar. Ein Experte nennt drei mögliche Unglücksursachen.

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Von
  • Sebastian Wintermeier
  • BR24 Redaktion

Der tödliche Unfall in der Mühlbachquellhöhle am Samstag ist das erste Unglück seit Beginn der Forschungen in der Höhle im Jahr 2001. Das hat Christian Schöffel, Sprecher des Vereins "Die Mühlbachquellhöhle und die Karstgruppe Mühlbach" am Sonntag dem BR gesagt.

Gesundheitliche Probleme oder technische Schwierigkeiten

Laut dem Experten sind theoretisch drei Unglücksursachen denkbar, warum der Verunglückte nicht mehr aus einem sechs Meter langen Siphon aufgetaucht war. "Wenn ich mir vergleichbare Fälle vor Augen führe, können es drei Problembereiche sein", sagte Schöffel. Zum einen könnte der Verunglückte gesundheitliche Probleme in dem Unterwassertunnel bekommen haben. Es könnte aber auch technische Schwierigkeiten gegeben haben. Eine dieser beiden möglichen Ursachen könnte darum auch zu einer Panik geführt haben, so Schöffel weiter. Eine Panik könne beim Taucher den Reflex auslösen, unter Wasser einzuatmen.

Warum der Mann trotz Maske und Pressluftflasche an der Engstelle, die die Teams schon häufig passiert hatten, Wasser einatmete, ist noch unklar. Im konkreten Fall ermittelt nun die Kripo. Derzeit gehe man von einem Unfall aus, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Oberpfalz, ohne weitere Details zu nennen.

Unglück passierte im "Maulwurfsiphon"

Der 57-Jährige war gemeinsam mit drei anderen Tauchern auf dem Rückweg von einem Forschungseinsatz. Doch nach dem Weg durch einen engen, nicht mal einen halben Meter messenden Durchschlupf tauchte der Schlussmann nicht wieder auf, so Schöffel. Daraufhin hätten die anderen Vereinsmitglieder sofort mit der Suche in dem etwa sechs Meter langen Abschnitt begonnen. Wegen der schlechten Sicht durch Sedimente wird er "Maulwurfsiphon" genannt. Binnen weniger Minuten zogen sie den leblosen Mann an Land und begannen sofort mit der Wiederbelebung. Weil die Herzdruckmassage sehr anstrengend sei, hätten sich die Mitglieder der Gruppe über Stunden abgewechselt.

Einer der Truppe eilte in einer knappen halben Stunde zum 700 Meter entfernten Ausgang, informierte die Rettungskräfte und eine örtliche Höhlenretterin und kehrte mit dieser zum Unfallort zurück.

Während die Vereinskameraden unter der Erde um das Leben des 57-Jährigen rangen, traf oben ein Großaufgebot an Feuerwehr, Bergwacht, Wasserwacht und Polizei ein. Doch alles Bemühen war vergebens: Nach Stunden verzweifelten Kampfes ließ laut Schöffel ein eingetroffener Arzt während des Transports an die Oberfläche alle Maßnahmen einstellen.

Taucher war sehr erfahren

Die Nachricht von dem Vorfall verbreitete sich rasch in der kleinen Szene der bayerischen Höhlenforscher. Die Betroffenheit ist groß. "Das waren die erfahrensten Leute, die wir im Verein haben, mit der besten Ausrüstung", betonte Schöffel. "Die halten sich alle an die Regeln, keiner geht alleine in die Höhle, keiner macht das, um sich einen Kick zu holen."

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) drückte sein Beileid aus. "Ich bin bestürzt über den traurigen Unfall in der Mühlbachquellhöhle. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen des Verunglückten."

Höhlenforschen ist eine spezielle Leidenschaft. Stundenlang bei kühlen Temperaturen über lehmig-feuchte Felsen zu robben und sich im Lichte einer Stirnlampe durch Engstellen zu quetschen: Das lässt sich wohl nur durch die Faszination erklären, die die unterirdische Welt mit ihren Formen und Farben sowie ihrer Abgeschiedenheit hat. Und mit dem Wissen, ehrenamtlich einen Beitrag zur Forschung leisten zu können.

Messgeräte für Versuch aufgestellt

Denn mit der jahrelangen Vermessung von Temperaturen, Luftdruck und Höhlenwinden, von Kammern und Gängen und deren Kartografierung erschließen die Vereine oft zuvor gänzlich unbekannte Welten. Die zwei Trupps in der Mühlbachquellhöhle in der Fränkischen Alb etwa hatten gerade Messgeräte für anstehende Färbeversuche deponiert. Diese sollen Klarheit über den unterirdischen Verlauf des versickernden Oberflächenwassers in dem Karstgebiet bringen.

Das System der Mühlbachquellhöhle im Dietfurter Ortsteil Mühlbach ist das sechstlängste bekannte Höhlensystem Deutschlands. Von der teils wasserführenden Höhle sind derzeit rund acht Kilometer dokumentiert.

Die längste und tiefste Höhle Deutschlands ist die Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden. Dort sorgte im Jahr 2014 ein Rettungseinsatz für weltweite Aufmerksamkeit, als ein Speläologe von einem Steinschlag am Kopf getroffen und in einer elf Tage dauernden sowie fast eine Million Euro teuren Rettungsaktion von mehr als 700 Helfern wieder ans Tageslicht gebracht wurde.

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Bei einer Expedition in einer Höhle in der Oberpfalz ist ein 57-jähriger Forscher während eines Tauchgangs ums Leben gekommen. Rettungskräfte hatten stundenlang versucht, den Mann zu reanimieren. Nun ermittelt die Kriminalpolizei.

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