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Tödlicher Streit in Augsburg: Siebter Verdächtiger festgenommen | BR24

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Nach der tödlichen Attacke junger Männer auf einen Feuerwehrmann in Augsburg erwägt die Staatsregierung eine stärkere Polizeipräsenz in Innenstädten.

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Tödlicher Streit in Augsburg: Siebter Verdächtiger festgenommen

Nach dem tödlichen Angriff auf einen Feuerwehrmann in Augsburg ist nun auch der letzte Verdächtige festgenommen worden. Das bestätigte das Polizeipräsidium Schwaben-Nord dem Bayerischen Rundfunk. Sieben junge Männer sind nun in Polizeigewahrsam.

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Auf einer Pressekonferenz am frühen Nachmittag will die Polizei Einzelheiten zu den Verdächtigen nennen. Bei dem Vorfall am Freitagabend war ein 49-jähriger Feuerwehrmann auf dem Nachhauseweg von einem Weihnachtsmarkt in der Augsburger Innenstadt in eine Auseinandersetzung mit sieben jungen Männern geraten. Von einem wurde er so heftig gegen den Kopf geschlagen, dass er verstarb. Die Verdächtigen konnten durch die Auswertung von Überwachungskameras identifiziert werden.

Söder erwägt mehr Polizeipräsenz in Innenstädten

In diesem Zusammenhang hat Ministerpräsident Markus Söder vor einer CSU-Vorstandssitzung in München ankündigt möglicherweise an der ein oder anderen Stelle in den Innenstädten die Polizeipräsenz zu erhöhen: "Es zeigt sich, dass Videoüberwachung an der Stelle ein ganz wichtiges Mittel ist, um Straftäter zu verfolgen. Wir müssen uns aber weiter überlegen, wie wir der Gewalt, die in Innenstädten zunimmt, entgegenwirken können, sei es durch Polizeipräsenz oder durch andere Maßnahmen.

Was weiß man über die Verdächtigen?

Bei dem Hauptverdächtigen handelt es sich um einen in Augsburg geborenen 17-jährigen Mann mit deutscher, libanesischer und türkischer Staatsangehörigkeit (mehr dazu hier). Der zweite Festgenommene ist ebenfalls in Augsburg geboren, 17 Jahre alt und hat eine italienische Staatsbürgerschaft. Beide sind polizeibekannt. Heute sollen sie beim Amtsgericht dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

Durch interne Ermittlungen und der Auswertung des Videomaterials sei es zur weitestgehenden Identifizierung von sieben Verdächtigen gekommen. Zu den anderen vier Verdächtigen wurden zunächst keine Details verbreitet, außer, dass es junge Männer sind.

Warum hat die Polizei keine Täterbeschreibung herausgegeben?

Die Augsburger Polizei erklärte ihr Vorgehen gegenüber dem Bayerischen Rundfunk so: "Wenn wir schnell die Fotos veröffentlicht hätten, hätte die Gefahr bestanden, dass wir die Ermittlungen dadurch gefährden", so Markus Trieb, Sprecher der Augsburger Polizei. Den Ermittlern lagen in dem Fall Aufnahmen von Überwachungskameras vor. "Wir haben das Bildmaterial, das wir hatten, ausgewertet und konnten somit schnell die Tatverdächtigen weitestgehend identifizieren", erklärte Trieb weiter.

Auch zum letzten, noch nicht gefassten mutmaßlichem Täter hat die Polizei keine Fotos oder Videoaufnahmen veröffentlicht. "Weitergehende Auskünfte sind aus ermittlungstaktischen Gründen nach wie vor nicht möglich", hieß es dazu in einer Pressemitteilung der Polizei.

Was weiß man über den Tathergang?

Zwei Ehepaare waren am Freitag gegen 22.40 Uhr auf dem Nachhauseweg vom Augsburger Christkindlesmarkt mit sieben Jugendlichen in Streit geraten. Erst habe es sich um eine verbale Auseinandersetzung gehandelt, im späteren Verlauf sei es jedoch zu Handgreiflichkeiten gekommen. Dabei soll einer der jungen Männer einem 49-jährigen Feuerwehrmann aus dem Landkreis Augsburg so heftig gegen den Kopf geschlagen haben, dass er zu Boden stürzte und wenig später an seinen Verletzungen starb. Warum es zu dem Streit kam, sei aktuell nicht bekannt, so Markus Trieb von der Polizei Schwaben-Nord.

Was hat die Videoüberwachung gebracht?

Offenbar viel. Laut der Polizei konnten die mutmaßlichen Täter weitestgehend wegen der Videoüberwachung am Königsplatz identifiziert und festgenommen werden. Die Tatsache, dass die beiden Hauptverdächtigen bereits polizeibekannt waren, dürfte dies jedoch deutlich erleichtert haben.

Der Königsplatz gilt als Kriminalitätsschwerpunkt in Augsburg und wird seit Dezember 2018 videoüberwacht. 15 Kameras haben den Platz inklusive der Parkanlage 24 Stunden am Tag im Blick. Die Bilder werden direkt zur zuständigen Polizeiinspektion und in die Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums übertragen. Im Regelfall werden sie nach zwei Wochen gelöscht.

Wenn das Material als Beweismittel dient, darf es länger gespeichert werden. Die Überwachung soll jedoch auch einen abschreckenden Effekt haben, damit es erst gar nicht zu Straftaten kommt. Diese Hoffnung hat sich im aktuellen Fall nicht erfüllt.

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Die Tat hat große Betroffenheit ausgelöst: Nach dem Besuch des Augsburger Christkindlesmarktes starb ein Feuerwehrmann bei einer Auseinandersetzung mit Jugendlichen. Sechs der Tatverdächtigen sind gefasst. Die Gründe für den Streit liegen im Dunkeln.