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Tödlicher Raser-Unfall von Selb geht an Bundesgerichtshof | BR24

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Der Raser-Fall von Selb wird vor dem höchsten deutschen Gericht neu aufgerollt.

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Tödlicher Raser-Unfall von Selb geht an Bundesgerichtshof

Der Raser-Prozess von Selb geht weiter: Nachdem das Landgericht Hof einen 21-jährigen Autofahrer zu einer Bewährungsstrafe verurteilt hatte, landet der Fall nun vor dem Bundesgerichtshof. Denn die Familie des Opfers will das Urteil nicht akzeptieren.

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Von
  • Annerose Zuber

Der tödliche Raser-Unfall von Selb wird das höchste deutsche Gericht beschäftigen. Die Familie des 19-jährigen Fußgängers, der bei dem Unfall im Februar 2020 in Selb getötet wurde, hat Revision beim Bundesgerichtshof (BGH) eingereicht. Das erklärte Frank Stübinger, der Anwalt der Opfer-Familie, auf Anfrage des BR.

Landgericht Hof verhängt Bewährungsstrafe für 21-jährigen Autofahrer

Die Familie akzeptiert damit nicht das Urteil das Landgerichts Hof. Dieses hatte im September den 21-jährigen Autofahrer aus Selb wegen Straßenverkehrsgefährdung mit fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Nach Ansicht des Nebenkläger-Anwalts Stübinger handelt es sich hier jedoch um ein verbotenes Auto-Rennen mit Todesfolge.

Raser-Unfall von Selb: Familie des Opfers hält an Revision fest

Das Landgericht Hof hatte den vor knapp drei Jahren eingeführten Paragraphen 315d des Strafgesetzbuches (StGB) "Verbotene Kraftfahrzeugrennen" allerdings nicht angewendet. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung Ende September hatte dies auch die Staatsanwaltschaft Hof kritisiert und damals ebenfalls Revision eingelegt. Doch anders als die Opfer-Familie hat die Staatsanwaltschaft inzwischen die Revision im sogenannten "Raser-Prozess" zurückgenommen. Nach Prüfung des schriftlichen Urteils habe man nun keine Rechtsfehler erkannt, teilte die Ermittlungsbehörde mit.

Diskussion über "höchstmögliche Geschwindigkeit"

Konkret geht es um den Begriff der "höchstmöglichen Geschwindigkeit", die der Unfall-Verursacher nach Ansicht des Landgerichts Hof nicht erreicht habe. Er war zwar mit seinem Auto mit mindestens 78 Stundenkilometern durch die Stadt gerast und hatte dabei den 19-jährigen Berufsschüler aus Kulmbach beim Überqueren der Straße erfasst – doch ein Gutachter hatte im Prozess erklärt, rein technisch sei an der Unfallstelle in der Selber Innenstadt auch eine Fahrt mit 100 Stundenkilometer möglich.

BGH-Termin steht noch nicht fest

Der 21-jährige Unfall-Fahrer hatte im Prozess mehrfach die tragischen Folgen seiner Fahrt bedauert, gleichzeitig aber betont, er sei kein Rennen gefahren. Wann der Fall am BGH neu aufgerollt wird, steht noch nicht fest.

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