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Tödlicher Bahnübergang in Pfronten: Lösung in Sicht? | BR24

© BR/Rupert Waldmüller

Zwei schwere Unfälle innerhalb von drei Wochen: Das ist traurige Realität am unbeschrankten Bahnübergang Badstraße in Pfronten. Die Menschen im Ostallgäu fordern schon lange, dass der Übergang eine Schranke bekommt. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

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Tödlicher Bahnübergang in Pfronten: Lösung in Sicht?

Zwei schwere Unfälle innerhalb von drei Wochen: Das ist traurige Realität am unbeschrankten Bahnübergang Badstraße in Pfronten. Die Menschen im Ostallgäu fordern schon lange, dass der Übergang eine Schranke bekommt. Jetzt ist eine Lösung in Sicht.

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An unbeschrankten Bahnübergängen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. In Pfronten am Übergang Badstraße sind bislang insgesamt fünf Menschen ums Leben gekommen. Der letzte tödliche Unfall war erst im Januar. Zum letzten Mal gekracht hat es in der vergangenen Woche. Die Anwohner sind aufgebracht: Sie mussten schon häufig schwere Unfälle mit anschauen.

Anwohner fordern Schranken für den Bahnübergang

Renate Käsbach hat aus ihrem Küchenfenster direkte Sicht auf den Bahnübergang. Sie hört schon am Signal des Zuges, wenn es dort gleich wieder kracht: "Wenn der langgezogene Pfeifton kommt, dass der nicht mehr aufhört – dann weiß man: Am Bahngleis ist ein Auto. Und ich schaue dann ganz automatisch rauf und warte auf den Knall. Und der kommt dann auch", berichtet Käsbach.

Bereits fünf tödliche Unfälle an der Badstraße

Manfred Wünsch kann ähnliche Geschichten erzählen. Der Onkel seiner Frau ist einer derjenigen, die am Bahnübergang gestorben sind. Wünsch kann sich nicht erklären, warum bis heute keine Schranken den Übergang sichern.

"Wenn das da jetzt fünf Mal schon passiert und du kriegst das mit – dann kriegst du eine panische Angst. Und die geht dann in Wut über, warum da bisher nichts gemacht wurde." Manfred Wünsch

Die Gemeinde Pfronten fordert seit 2002, als ein Urlauber mit seiner Tochter verunglückte, Schranken für den Bahnübergang in der Badstraße. Es gab damals Gespräche mit der Bahn. Passiert ist aber nichts. Bürgermeisterin Michaela Waldmann ist der Meinung, dass die jüngsten Ereignisse gezeigt haben, dass es nicht ohne Sicherung geht.

Zahlreiche Bahnübergänge in Pfronten

Die Bahn wollte laut ihrem Sprecher Michael-Ernst Schmidt immer ein Gesamtkonzept für Pfronten erreichen. Nach seinen Angaben gibt es in der Gemeinde auf vier Kilometer Strecke 14 Bahnübergänge. "Das bringt nichts, einzelne Bahnübergänge nachzurüsten. Dann passieren die Unfälle nämlich am nächsten", sagt der Bahn-Sprecher. In Sachen Gesamtkonzept sei die Bahn aber bisher in der Gemeinde gescheitert.

Details der Lösung müssen noch vereinbart werden

In der vergangenen Woche wurden wieder Gespräche geführt – und nun zeichnet sich eine Lösung ab. Einige kleine Übergänge könnten aufgelöst, der an der Badstraße dafür mit Schranken gesichert werden. Die Details müssen noch geklärt werden.

© BR

Im Gemeindegebiet von Pfronten gibt es auf vier Kilometern 14 Bahnübergänge. Immer wieder kommt es zu Unfällen. Am Übergang an der Badstraße gab es gar schon tödliche Unfälle - zuletzt im Januar. Und noch immer fehlt dort eine Schranke.