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Tödlicher Autounfall bei Prichsenstadt: Haftstrafe für Fahrerin | BR24

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Prozess um einen tödlichen Autounfall bei Prichsenstadt am Amtsgericht Würzburg

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    Tödlicher Autounfall bei Prichsenstadt: Haftstrafe für Fahrerin

    Am Amtsgericht Würzburg hat der Prozess um einen tödlichen Autounfall bei Prichsenstadt stattgefunden. Die Fahrerin des Unfallwagens wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Bei dem Unfall starben zwei Menschen.

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    Der 36-Jährigen wird die Fahrerlaubnis für drei Jahre und sechs Monate entzogen. Die Frau wurde wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung verurteilt. Die Frau gab an, an den Tag des Unfalls keine Erinnerung zu haben. Außerdem gab sie an, sich auch nicht an die 24 Stunden vor dem Unfall erinnern zu können.

    Zwei der vier Autoinsassen kamen bei Unfall ums Leben

    Bei dem Unfall am 21. Oktober 2018 waren zwei der vier Insassen des Wagens ums Leben gekommen. Neben der Fahrerin überlebte ein Mitfahrer schwerverletzt und war beim Prozess als Zeuge und Nebenkläger vor Ort. Laut Anklageschrift und Erläuterungen eines Sachverständigen war das Auto auf der Kreisstraße zwischen Prichsenstadt und Altenschönbach in einer Linkskurve nach rechts von der Straße abgekommen. Auf einem Böschungsabhang war der Wagen daraufhin in Schieflage geraten, hatte sich überschlagen und war schließlich auf dem Dach zum Liegen gekommen. Die Angeklagte war nach dem Unfall ins Krankenhaus gebracht und dort in ein künstliches Koma versetzt worden. Erst danach hätten nach Aussage der Angeklagten ihre Erinnerungen wiedereingesetzt.

    Unfallwagen war mit Tempo 220 unterwegs

    Nach Aussage des Zeugen habe die Fahrerin davor plötzlich auf mindestens 220 Stndenkilomter beschleunigt. Zuvor soll sie auf einem Rastplatz unerwartet und ohne ersichtliche Gründe in Tränen ausgebrochen sein. Allerdings habe es ihrem Verhalten nach keine Hinweise darauf gegeben, dass die Fahrerin unter Alkoholeinfluss stand, so der Zeuge.

    Verminderte Reaktionsfähigkeit bei Fahrerin durch Medikamenteneinnahme

    Wie eine Arbeitskollegin aussagte, sei die Angeklagte am Tag des Unfalls in keinem guten Zustand gewesen. Sie hätte ihr daraufhin ein Medikament gegeben. Das besagte Medikament wird herkömmlicherweise als Antiallergen und in Form eines Mischpräparats auch gegen grippale Symptome eingesetzt, ist jedoch in Deutschland nicht zugelassen. Nach Aussage des Sachverständigen hätte der Wirkstoff auch Auswirkungen auf die Reaktionsfähigkeit. Die Blutuntersuchungen ergaben außerdem, dass die Angeklagte zum Zeitpunkt des Unfalls mindestens 0,83 Promille Alkohol im Blut gehabt haben muss. Nach Aussage des rechtsmedizinischen Sachverständigen war die Frau zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisiert gewesen. Außerdem stand sie unter Medikamenteneinfluss.