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Tödlicher Wiesn-Streit: Fünfeinhalb Jahre Haft für Schläger | BR24

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Urteil im Landgericht München zum Wiesn-Schläger-Prozess

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Tödlicher Wiesn-Streit: Fünfeinhalb Jahre Haft für Schläger

Im Prozess um die tödliche Schlägerei beim Oktoberfest 2018 ist am Landgericht München das Urteil verkündet worden: Der 43-jährige Angeklagte wurde zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt und muss zunächst in eine Entziehungsanstalt.

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Fünfeinhalb Jahre Haft, so lautet das Urteil am Landgericht München im Prozess um die tödliche Wiesn-Schlägerei. Der alkohol- und drogenabhängige Angeklagte muss zunächst für zwei Jahre in eine Entziehungsanstalt und wird nach seiner Entlassung fünf Jahre unter Führungsaufsicht gestellt.

Nur wenn er in dieser Zeit rückfällig werden sollte, muss er auch noch die restliche Strafe absitzen.

Richterin: "Urteil ist eine Riesenchance"

Regungslos nahm der Münchner das Urteil entgegen, das die Richterin als „Riesenchance“ bezeichnete: „Wenn Sie das durchstehen, haben Sie es geschafft“, sagte sie, und „Sie werden es schaffen“ - auch weil er eine starke Familie hinter sich habe.

Er müsse allerdings akzeptieren, dass er sich künftig nicht einmal mehr ein Feierabendbier einschenken dürfe. Wörtlich riet die Richterin: „Setzen Sie sich mit Ihrer Frau in den Garten, schauen Sie den Igeln zu und trinken Sie Johannisbeerschorle“.

Angeklagter will Urteil annehmen

Der 43-Jährige hatte gleich am ersten Prozesstag zugegeben, dass er einem 58-jährigen Fürstenfeldbrucker im Streit vor einem Wiesnzelt einen Schlag gegen den Kopf verpasst hatte.“ Das Opfer starb wenig später an einer Hirnblutung. Das Geständnis und dass der Mann sich selbst gestellt hatte, hielt ihm auch das Gericht zugute.

Er sei sehr kooperativ gewesen, habe keine fadenscheinigen Ausreden gesucht und echte Reue gezeigt. Andererseits ist der Münchner mehrfach einschlägig vorbestraft.

Weit über zehn Jahre „war Ruhe“, so die Richterin, Doch dann habe er aus geringem Anlass wieder zugeschlagen. Der andere sei „nervig, lästig, leicht übergriffig“ gewesen – „mehr nicht“.

Der Angeklagte hat noch im Gerichtssaal erklärt, dass er das Urteil annehmen will.