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Tödliche Silvesterparty: Gericht mildert Strafe für Täter ab | BR24

© picture alliance/Lino Mirgeler/dpa

Das Landgericht Regensburg musste sich bereits zum zweiten Mal mit einer tödlichen Silvesterparty in Niederbayern beschäftigen.

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    Tödliche Silvesterparty: Gericht mildert Strafe für Täter ab

    Weil er auf einer Silvesterfeier im niederbayerischen Windberg volltrunken einen Menschen erstochen hat, ist ein 30 Jahre alter Mann jetzt wegen Totschlags verurteilt worden. Es war bereits der zweite Prozess in Regensburg im gleichen Fall.

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    Eineinhalb Jahre nach dem tödlichen Ende einer Silvesterfeier in Niederbayern ist der Fall erneut vor dem Landgericht Regensburg verhandelt worden. Der 30-jährige Angeklagte wurde zu sieben Jahren und sechs Monaten Haft wegen Totschlags in einem minderschweren Fall verurteilt.

    BGH hob erstes Urteil auf

    Das erste Urteil von vor einem Jahr lautete auf acht Jahre Haft und wurde vom Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben. Der BGH sah strafmindernde Argumente nicht ausreichend gewürdigt. Beide Male wurde eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet.

    Der Anklage zufolge hatte der aus Rumänien stammende Mann bei einer Party an Silvester 2017 im Keller einer Pension in Windberg im Kreis Straubing-Bogen einen Partygast im Streit erstochen. Der Täter war mit mehr als drei Promille erheblich alkoholisiert.

    Der Man wurde verprügelt, dann holte er das Messer

    Der tödlichen Auseinandersetzung ging eine Schlägerei voraus. Vorher soll der Angeklagte weibliche Gäste beleidigt und angepöbelt haben, er wurde aus dem Raum verwiesen und - als er nicht gehen wollte - von anderen Besuchern zusammengeschlagen. Daraufhin holte er aus seinem Zimmer ein Messer und erstach einen der Partygäste, der die Polizei rufen wollte.

    Dem BHG nach hätten die Alkoholisierung sowie die Provokation des späteren Täters durch die Schläge und Tritte gegen ihn stärker gewichtet werden müssen. Der Staatsanwalt blieb in seinem Plädoyer bei der Forderung nach acht Jahren Haft, der Verteidiger sprach sich für nicht mehr als sieben Jahre Haft aus. Das Gericht entschied letztlich auf siebeneinhalb Jahre. Der Mann muss außerdem eine Alkoholentzugstherapie machen.