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Tödliche Messerattacke: 30-Jähriger wegen Mordes verurteilt | BR24

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Prozess am Landgericht Augsburg

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    Tödliche Messerattacke: 30-Jähriger wegen Mordes verurteilt

    Lebenslange Haft: So lautet das Urteil des Landgerichts Augsburg gegen einen 30-Jährigen. Er hatte die Familie seiner Frau mit einem Messer attackiert und seinen Schwager erstochen. Als Motiv sehen die Richter Rache.

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    Von
    • Barbara Leinfelder
    • Johanna Kempter

    Im Mordprozess gegen einen 30 Jahre alten Mann hat das Augsburger Landgericht das Urteil gesprochen. Das Schwurgericht verurteilte den Angeklagten wegen Mordes, versuchten Totschlags und mehrfacher schwerer Körperverletzung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Außerdem stellte die Kammer die besondere Schwere der Schuld fest. Das bedeutet, dass eine Strafaussetzung zur Bewährung nach 15 Jahren Haft kaum möglich sein wird. Mit dem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

    Beziehungsstreit führte zu Gewalttat

    Hintergrund der Tat ist ein Beziehungsstreit. Der 30-jährige Angeklagte hat laut der Vorsitzenden Richterin Sabine Konnerth seine von ihm getrennt lebende Frau dazu bringen wollen, zu ihm zurückzukehren. Sie lebte zum Tatzeitpunkt wieder bei ihrer Familie in einer Wohnung im Augsburger Stadtteil Göggingen. Ein vereinbartes Treffen des Paares im April 2020 sollte außerhalb der Wohnung stattfinden, da der Angeklagte die Frau bereits schon mehrfach attackiert hatte.

    15-Jährigen mit Messer getötet

    Unter einem Vorwand konnte er sich der Mann aber Zutritt zu der Wohnung verschaffen. Er ging zur Toilette, holte ein eigens gekauftes Messer aus dem Rucksack und attackierte zunächst seine Schwiegermutter. Als weitere Familienmitglieder zu Hilfe eilten, griff er auch diese mit dem Messer an. Seinen 15 Jahre alten Schwager brachte er mit einem doppelten Halsschnitt um. Er starb noch am Tatort. Laut Richterin Konnerth tötete er den Jungen, um der Familie seiner Frau den "größtmöglichen Schmerz" zuzufügen. Seine Frau hatte sich bereits vor der Tat in die Nachbarwohnung geflüchtet und dort verbarrikadiert. Nach der Tat setzte sich der 30-Jährige in den Hof und wartete regungslos auf die Polizei.

    Zeugen berichten von Morddrohungen gegen Frau

    Laut Gericht hatten im Verfahren mehrere Zeugen glaubhaft versichert, dass der 30-Jährige mehrmals gedroht hatte, seine Frau umzubringen. Außerdem machte er demnach seine Schwiegermutter dafür verantwortlich, dass seine Frau nicht mehr zu ihm zurückkehrte. Diese wurde bei dem Messerangriff schwer verletzt und konnte dank einer Not-Operation gerettet werden.

    Gericht sieht Rache als Motiv für "eiskalt geplante Tat"

    Das Motiv seiner Tat sei Rache gewesen, so das Augsburger Landgericht. Die Frau habe den Angeklagten verlassen, nachdem dieser sie mehrmals verprügelt hatte. Die Tat sei "eiskalt geplant" gewesen.

    Angeklagter spricht von Notwehr

    Der Angeklagte selbst hatte seine Tat als Notwehr bezeichnet. Vor Gericht suchte er immer wieder den Blickkontakt zu den Angehörigen des getöteten 15-Jährigen. Das Urteil nahm er regungslos hin. Die Familie verfolgte den Richterspruch nahezu versteinert.

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    • Johanna Kempter
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