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Bayern

Zäune auf der Alpe? Diskussion nach tödlicher Kuh-Attacke | BR24

© BR/Viktoria Wagensommer

Welche Konsequenzen hat das Urteil nach einer tödlichen Kuh-Attacke für den Tourismus?

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    Zäune auf der Alpe? Diskussion nach tödlicher Kuh-Attacke

    Nach dem Urteil im Prozess um eine tödliche Kuh-Attacke auf eine deutsche Urlauberin in Österreich muss der beklagte Landwirt Schadenersatz zahlen. Auch im Allgäu fragen sich jetzt Alphirten, was das Urteil für sie bedeutet.

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    Als lebensfremd und existenzbedrohend empfinden Bauern die vom Gericht geforderten Schutzmaßnahmen. Für Andreas Dengel sind sie nicht nachvollziehbar: "Man kann ja nicht überall einen Zaun hochziehen", sagt der Landwirt aus Rettenberg. Auch er hat inzwischen ein Hinweisschild aufgestellt. Der Alpwirtschaftliche Verein druckt die grünen Tafeln mit der Aufschrift "Achtung Weidetiere bitte Abstand halten, Hunde unbedingt an der Leine führen. Im Notfall Leine loslassen. Kühe schützen ihre Kälber."

    Hund oder Wolf - da gehen die Alarmglocken an

    Viele Kühe empfinden Hunde als Gefahr für ihre Kälber, sie wollen sie beschützen und werden leicht aggressiv. Auch weil es inzwischen wieder mehr Wölfe gibt. "Für die Tiere spielt es keine Rolle, ob da ein Hund oder ein Wolf kommt, die Alarmglocken sind bei denen geweckt", erklärt Dengel, der noch auf eine Revision des Innsbrucker Urteils hofft.

    Konsequenzen auch in Deutschland?

    Fall es bei dem Urteil bleibt, sind Konsequenzen auch in Deutschland nicht ausgeschlossen. Wenn es dann darum gehe, neue Wege zu erschließen, sagt Bauer Dengel, "dann lassen wir das lieber sein".

    Im Sommer 2014 war die 45 Jahre alte Hundehalterin aus Rheinland-Pfalz im Tiroler Stubaital von der Kuhherde, die offenbar die Kälber vor dem Hund schützen wollte, zu Tode getrampelt worden. Die Frau hatte laut Gericht die Hundeleine mit einem Karabiner um die Hüfte fixiert.

    Gericht fordert Einzäunung

    Nach Auffassung des Gerichts hatte der Bauer allerdings nur unzureichend vor den Gefahren einer Kuhherde, in der Kälber aufwachsen, gewarnt. Die aufgestellten Warnschilder hätten nicht ausgereicht. "An einem neuralgischen Punkt wie dem Unfallort sind Abzäunungen zum Schutz des höchsten Gutes, des menschlichen Lebens, notwendig und aufgrund des geringen Aufwandes auch zumutbar", argumentierte das Landgerichts Innsbruck.