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Tödliche Gehirnentzündung: Mehr Fälle als bislang bekannt | BR24

© BR/Michael Buchner

Forscher der Uni Regensburg und des Friedrich-Loeffler-Instituts haben herausgefunden, dass es mehr tödliche Fälle durch Infektionen mit dem Borna-Virus gegeben hat, als bisher bekannt waren. Überträger des Virus' ist die Feldspitzmaus.

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Tödliche Gehirnentzündung: Mehr Fälle als bislang bekannt

Forscher der Uni Regensburg und des Friedrich-Loeffler-Instituts haben herausgefunden, dass es mehr tödliche Fälle durch Infektionen mit dem Borna-Virus gegeben hat, als bisher bekannt waren. Überträger des Virus' ist die Feldspitzmaus.

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An einer Infektion mit sogenannten Borna-Viren sind in Deutschland in den vergangenen Jahren weit mehr Menschen gestorben als bisher bekannt. Der Erreger sei in Bayern rückwirkend in Hirnproben verstorbener Patienten nachgewiesen worden, berichten Forscher des Friedrich-Loeffler-Institutes (FLI) und der Universität Regensburg im Fachmagazin "The Lancet Infectious Diseases". Insgesamt starben demnach seit 1995 mindestens 14 Menschen nachweislich an einer durch das Virus ausgelösten Gehirnentzündung. Den jüngsten bekannten Borna-Fall datieren die Wissenschaftler auf Ende 2019. Damals starb ein elfjähriges Mädchen.

Sieben Fälle in Bayern

Die Wissenschaftler hatten Hirnproben von insgesamt 56 Patienten aus Bayern untersucht, bei denen zwischen 1999 und 2019 eine Hirnentzündung diagnostiziert worden war. Bei 28 war kein Grund für die Erkrankung gefunden worden.

Neun der Betroffenen waren gestorben, bei von ihnen wurde das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) nachgewiesen. Unabhängig davon gab es zudem zwei weitere bestätigte Infektionen. Alle Fälle kamen in Bayern vor und wurden an der Uniklinik Regensburg, in Erlangen oder im Raum München diagnostiziert, wie Martin Beer, Leiter des Instituts für Virusdiagnostik am FLI, sagte.

Zuvor waren bereits fünf weitere Fälle aus den Jahren 2018 und 2019 bekannt. Unter anderem hatten sich drei Menschen über eine Organspende mit der tödlichen Krankheit angesteckt, weil sie eine Niere beziehungsweise die Leber eines infizierten Spenders aus Bayern bekommen hatten. Nur einer der Patienten überlebte die Krankheit, allerdings mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.

Feldspitzmaus überträgt das Virus

Dass sich Nutztiere wie Pferde und Schafe mit der Borna-Krankheit anstecken und daran sterben können, ist schon wesentlich länger bekannt. Einziges bekanntes Reservoir des Erregers ist die Feldspitzmaus (Crocidura leucodon), bei der die Infektion keine schweren Symptome verursacht. Die Mäuse scheiden das Virus in Urin, Kot und Speichel aus - darüber können sich dann andere Tiere und auch der Mensch anstecken. Direkte Übertragungen von Mensch zu Mensch sind nicht bekannt.

BoDV-1 kommt in Deutschland in Bayern, Thüringen, Sachsen-Anhalt und angrenzenden Teilen benachbarter Bundesländer vor. Fälle von Borna-Krankheit bei Pferden, Schafen und anderen Nutztieren gibt es zudem auch in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein regelmäßig.