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Todesschuss von Nittenau: Emotionaler Prozessauftakt | BR24

© pa/dpa/Armin Weigel

Der Angeklagte sitzt alleine im Verhandlungssaal des Landgerichts

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Todesschuss von Nittenau: Emotionaler Prozessauftakt

Zum Auftakt des Prozesses um einen tödlichen Schuss während einer Drückjagd vor gut einem Jahr bei Nittenau in der Oberpfalz hat der Angeklagte sich heute im Amberger Landgericht bei den Angehörigen des Opfers entschuldigt.

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Emotionen bestimmten den ersten Prozesstag in Amberg: Die der Eltern, die einen Sohn verloren haben und die eines Jägers, der den tödlichen Schuss auf ihn abgab - und zunächst annahm, ein Wildschwein getroffen zu haben.

Erst nach der Jagd habe er erfahren, dass jemand durch einen Schuss getötet worden sei, sagte der 46-Jährige am ersten Prozesstag unter Tränen. Er entschuldigte sich bei den Angehörigen des Toten.

Sorgfaltspflicht verletzt oder tragische Verkettung?

Das Gericht muss nun klären, ob der Jäger seine Sorgfaltspflicht verletzt und bei der Schussabgabe nicht ausreichend darauf geachtet hatte, dass niemand gefährdet wird.

Michael Haizmann, der Anwalt des angeklagten Jägers, spricht von vielen Zufällen und einer tragischen Verkettung.

"Da geht’s um Zeiteinheiten, die kaum noch messbar sind. Der Autofahrer sagte, er sei mit etwa 100 unterwegs gewesen, lassen Sie ihn 101 fahren, dann hätten wir es maximal mit einem Sachschaden zu tun" Michael Haizmann, Anwalt

Weitere Jäger im Zeugenstand

Die weiteren Jäger bestätigten heute, dass sie gewissenhaft belehrt wurden vom Angeklagten. Auch im Hinblick auf die am Maisfeld vorbeilaufende Straße. Am Mittwoch werden Polizeibeamte aussagen, dann haben Gutachter das Wort. Ein Urteil fällt voraussichtlich Mitte kommender Woche.

Unglück passierte bei Drückjagd

Bei einer Drückjagd in Nittenau neben der B16 hatte ein Schuss aus dem Gewehr des 46-jährigen Jägers den Beifahrer eines vorbeifahrenden Autos getroffen und tödlich verletzt. Die Eltern des Getöteten treten als Nebenkläger auf.