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Todesschuss von Nittenau: Angeklagter will nie mehr jagen | BR24

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Im Prozess um den tödlichen Jagdunfall von Nittenau hat der Angeklagte Jäger unter Tränen die Umstände der tragischen Drückjagd vor einem Jahr geschildert. Der 46-Jährige hat alle Waffen abgegeben und will nie mehr zur Jagd gehen.

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Todesschuss von Nittenau: Angeklagter will nie mehr jagen

Im Prozess um den tödlichen Jagdunfall von Nittenau hat der angeklagte Jäger unter Tränen die Umstände der tragischen Drückjagd vor einem Jahr geschildert. Der 46-Jährige hat alle Waffen abgegeben und will nie mehr zur Jagd gehen.

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Zum Auftakt des mit Spannung erwarteten Prozesses um die tödliche Drückjagd von Nittenau (Landkreis Schwandorf) hat der angeklagte Jäger am Dienstag die Ereignisse von damals aus seiner Sicht ausführlich geschildert. Dem Mann wird vorgeworfen, seiner Sorgfaltspflicht bei der Drückjagd nicht nachgekommen zu sein. Durch einen Schuss starb ein Beifahrer in einem Auto, das auf der angrenzenden B16 vorbeifuhr. Mit der Jagd wollten insgesamt elf Jäger Wildschweine aus einem Maisfeld an der B16 treiben und erlegen.

Angeklagter hat seine Waffen abgegeben

Die Drückjagd sei erst auf "enormen Druck" des Pächters des Maisfeldes organisiert worden, sagte der sichtlich erschütterte Mann. Inzwischen hat er alle Waffen abgegeben, sein Jagdschein ist ausgelaufen. Er wird "auf keinen Fall mehr" jagen gehen, sagte er.

Seine Ausführungen zur Vorbereitung und Durchführung der Jagd klangen für Prozessbeobachter gewissenhaft. Die Staatsanwaltschaft legt ihm zur Last, dass kein ausreichender sogenannter Kugelfang zur Verfügung stand. Das bedeutet, dass der Flug der Kugel unterbrochen wird und das Geschoss im Boden stecken bleiben kann.

Der 46-Jährige sagte aus, er habe einen Anstieg im Gelände als Kugelfang betrachtet und die Jagd entsprechend ausgerichtet, dass "von der Straße weg" geschossen werde, sagte er. Zuvor habe er sämtliche Vorschriften eingehalten und unter anderem auf die "besondere Gefahrenlage" der Straße hingewiesen.

Der 46-Jährige stammt eigenen Worten zufolge aus einer Jäger-Familie. Unter Tränen berichtete der 46-Jährige, wie er erfahren habe, dass ein Mensch möglicherweise durch die Jagd ums Leben gekommen sei.

Eltern des Opfers sind Nebenkläger

Die Eltern des Opfers erheben schwere Vorwürfe gegen den Jagdleiter. "Unser Sohn war völlig gesund und ist hingerichtet worden wie ein Wildschwein", sagt die Mutter des Getöteten am Rande des Prozesses.

Die Eltern des 47 Jahre alten Beifahrers sind Nebenkläger in dem Prozess. Ihr Sohn war damals mit einem Freund im Auto unterwegs zu einer Motorsportveranstaltung, als ihn der tödliche Schuss traf.

Die Verteidigung des Jagdleiters spricht von einem „tragischen Unfall“, bei dem "viele Zufälle" zusammengekommen seien. Ein Urteil wird für Mitte kommender Woche erwartet.