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Tod nach Raserei in Selb: Bewährungsstrafe für Angeklagten | BR24

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Der Angeklagte im Raser-Prozess in Selb wird zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Der 21-Jährige habe den Tod eines Fußgängers grob fahrlässig in Kauf genommen, so die Staatsanwaltschaft.

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Tod nach Raserei in Selb: Bewährungsstrafe für Angeklagten

Im Raser-Prozess von Selb vor dem Landgericht Hof hat die Jugendkammer ein Urteil gefällt. Der 21-jährige Angeklagte wird wegen Straßenverkehrsgefährdung mit fahrlässiger Tötung zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt.

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Das Landgericht Hof hat im Raser-Prozess von Selb heute den 21-jährigen Autofahrer wegen Straßenverkehrsgefährdung mit fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt. Die Jugendkammer sah es als erwiesen an, dass der junge Mann am 6. Februar durch einen Unfall einen 19-jährigen Fußgänger getötet hat.

Staatsanwaltschaft forderte vier Jahre Haft

Seine Fahrweise sei "Imponiergehabe" und "grob verkehrswidrig und rücksichtslos gewesen", so das Gericht in der Urteilsbegründung. Der Staatsanwalt und auch der Anwalt der Opferfamilie hingegen waren von einem illegalen Autorennen mit fahrlässiger Tötung ausgegangen und hatten eine Haftstrafe von vier Jahren gefordert.

Anwalt der Opferfamilie bewertet Urteil als zu milde

Ob das Urteil rechtskräftig wird, ist noch offen. Der Anwalt der Opferfamilie, Frank Stübinger, bewertete das Urteil als zu milde. Dagegen bezeichnete Klaus Wittmann, der Verteidiger des heute 21-jährigen Autofahrers das Urteil als "sehr sorgfältig begründet." Der Verteidiger hatte eine Haftstrafe von maximal sieben Monaten oder eine Geldauflage gefordert.

Mordvorwurf nicht bestätigt - kein bedingter Tötungsvorsatz

Der ursprüngliche Mordvorwurf der Staatsanwaltschaft und der Familie des 19-jährigen Unfallopfers hat sich nicht bestätigt, denn man könne keinen bedingten Tötungsvorsatz des jungen Autofahrers erkennen.

Nach dem Motto "es wird schon nichts passieren" durch Selb gerast

Der 21-Jährige habe jedoch den Tod des Fußgängers grob fahrlässig in Kauf genommen, heißt es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Nach dem Motto "es wird schon nichts passieren" sei er laut Gutachter mit mindestens 80 Stundenkilometern durch die Innenstadt von Selb gerast. Grund dafür sei das "Imponiergehabe" gegenüber einer Gruppe von Berufsschülern gewesen, die zufällig zur gleichen Zeit unterwegs war, betonte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer. Bei der rasanten Fahrt geriet der junge Autofahrer auf die Gegenfahrbahn und erfasste dabei den 19-jährigen Berufsschüler. Dieser wurde aufgrund des starken Aufpralls rund 35 Meter weit durch die Luft geschleudert und verstarb noch an der Unfallstelle.

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Nachdem er mit hoher Geschwindigkeit durch die Innenstadt von Selb gerast ist und dabei einen 19-jährigen getötet hatte, ist heute der 21-jährige Autofahrer zu einem Jahr und 9 Monaten auf Bewährung verurteil worden.

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