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Ein Lkw-Fahrer aus dem Raum Coburg stirbt an einem Herzinfarkt in seinem Fahrzeug. Die Angehörigen sind fassungslos ob der mangelnden Hilfsbereitschaft vieler Verkehrsteilnehmer. Der Fall soll auch auf den Druck von Fernfahrern aufmerksam machen.

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Tod eines Lkw-Fahrers löst Debatte um Hilfsbereitschaft aus

Ein Lkw-Fahrer aus dem Raum Coburg stirbt an einem Herzinfarkt in seinem Fahrzeug. Die Angehörigen sind fassungslos ob der mangelnden Hilfsbereitschaft vieler Verkehrsteilnehmer. Der Fall soll auch auf den Druck von Fernfahrern aufmerksam machen.

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Von
  • Richard Padberg

Nach einem Herzinfarkt am Steuer war der 33-jährige Fernfahrer Lars Rempt auf einer Fahrt in Nordrhein-Westfalen gestorben. Die Anteilnahme unter Freunden und Kollegen ist groß. Ein Lkw-Fahrer hatte den Mann aus dem Landkreis Coburg leblos in seinem Führerhaus entdeckt und den Notruf abgesetzt. Der Fall sorgt für Entsetzen in der Fernfahrer-Branche und macht auf mangelnde Hilfsbereitschaft aufmerksam.

Wenig Hilfsbereitschaft für in Not geratenen Lkw-Fahrer

Der Kollege, der Rempt aufgefunden hatte, nahm im Anschluss ein Video auf. Darin macht er seinem Ärger Luft und schildert die Situation. So wären vier Lkw-Fahrer einfach weitergefahren, erst ein fünfter Kollege habe schließlich angehalten und geholfen. Auch die Familie des Verstorbenen ist fassungslos, dass viele Verkehrsteilnehmer nicht angehalten hätten, um zu helfen.

Nach Herzinfarkt-Tod: Druck für Fernfahrer zu hoch?

Maik Rempt, der Vater des verstorbenen Fahrers, ist selbst Lkw-Fahrer und kennt die Situation. Er selbst habe auf seinen Fahrten oft angehalten und Kollegen in Notsituationen geholfen. Er wisse, dass man einen Fahrer gar nicht alleine aus dem Fahrzeug holen könne, dazu brauche man Unterstützung. Den Vater ärgert die Gleichgültigkeit der Verkehrsteilnehmer.

Abgesehen davon, ob sein Sohn bei schnellerer Hilfe hätte überleben können, der Wille zu helfen zähle. Der Druck in der Branche steige immer weiter an und somit auch das Herzinfarkt-Risiko der Fahrerinnen und Fahrer, wird Maik Rempt in einem Schreiben zitiert, mit dem er auf die Misstände aufmerksam machen will und das dem BR vorliegt. Maik Rempt will die Verkehrsteilnehmer dafür sensibilisieren, anzuhalten und nachzuschauen, wenn ein Fahrzeug am Fahrbahnrand steht.

Regelmäßige Erste-Hilfe-Kurse für Verkehrsteilnehmer

Auch Rico Steinmann, ehemaliger Lastwagen-Fahrer, will als Bekannter des Verstorbenen Lars Rempt die Gesellschaft sensibilisieren. Steinmann fordert verpflichtende Erste-Hilfe-Kurse in regelmäßigen, kurzen Abständen. Ein Großteil der Verkehrsteilnehmer habe seit dem Führerschein keinen Erste-Hilfe-Kurs mehr gemacht, viele hätten Angst, nicht helfen zu können.

Freunde und Kollegen wollen bei der Beisetzung mit ihren Lastwagen am Ebersdorfer Friedhof vorbeifahren und dem Verstorbenen ein letztes Mal zuhupen.

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Die Hinterbliebenen eins verstorbenen Lkw-Fahrers aus dem Raum Coburg wollen auf mangelnde Hilfsbereitschaft aufmerksam machen. (Symbolbild)

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