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Tod des Afroamerikaners George Floyd: Trauerzug in München | BR24

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Die USA kommen nach dem Tod des Afroamerikaners Floyd nicht zur Ruhe. Viele protestieren erneut gegen Rassismus, aber es kommt auch zu Gewalt und Vandalismus. In Minnesota mobilisiert der Gouverneur massiv Sicherheitskräfte.

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Tod des Afroamerikaners George Floyd: Trauerzug in München

Der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd hat in den USA eine Welle friedlicher Proteste, aber auch Gewalt ausgelöst. Auch in Berlin und München gingen Hunderte Menschen auf die Straße.

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Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd infolge eines brutalen Polizeieinsatzes in der US-Großstadt Minneapolis haben Hunderte in München ihre Trauer bekundet. Die Aktion war nach Polizeiangaben nicht angemeldet, sondern über soziale Netzwerke organisiert worden. Die Polizei gestattete die Spontandemo. Auf Plakaten der Teilnehmer stand etwa "Black Lives Matter".

Startpunkt war das US-amerikanische Generalkonsulat in München. Der Zug führte zum Stachus, wo eine Schlusskundgebung stattfand. Die Polizei schätzt, dass rund 200 Menschen daran teilnahmen, die Veranstalter sprachen von 400 Teilnehmern. Laut Polizei verlief alles friedlich.

Auch in Berlin versammelten sich Hunderte Menschen vor der US-Botschaft. Die Versammlung sei größer als zunächst erwartet, sagte ein Polizeisprecher. Unter dem Motto "Gerechtigkeit für George Floyd! Gegen rassistische Polizeigewalt" hatten mehrere Initiativen im Netz zu dem Protest aufgerufen.

George Floyd bei Polizeieinsatz getötet

Floyd war am Montag bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis gestorben, nachdem ein weißer Polizist ihm minutenlang sein Knie in den Nacken gedrückt hatte. Ein Video des Vorfalls löste US-weit Entsetzen aus. Am Freitag wurde der Polizist festgenommen, der bei der brutalen Aktion fast neun Minuten auf Floyds Nacken gekniet hatte. Ihm wird Totschlag und fahrlässige Tötung vorgeworfen. Gegen drei weitere an dem Einsatz beteiligte Beamte wird ermittelt.

Floyds Familie begrüßte die Festnahme als einen "Schritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit". Sie und viele Demonstranten fordern jedoch eine Anklage wegen Mordes statt wegen Totschlags sowie die Festnahme der anderen Polizisten.

Trump bietet Hilfe des US-Militärs an

Der Tod Floyds hat in den USA eine Welle von friedlichen Protesten, aber auch von Gewalt ausgelöst. In den vergangenen Nächten kam es zu schweren Ausschreitungen in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota. Geschäfte gingen in Flammen auf, es kam zu Plünderungen. Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein. Auch in anderen US-Städten kam es in der Nacht zu Samstag zu teils heftigen Protesten.

Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, erklärte, er mobilisiere alle 13.000 Nationalgardisten seines Bundesstaates, um gegen Randalierer vorzugehen, die im Großraum Minneapolis-St. Paul Geschäfte plünderten und Feuer legten. Es ist das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass die gesamte Nationalgarde des Bundesstaates mobilisiert wurde. US-Präsident Donald Trump bot den Behörden in Minnesota die Hilfe des US-Militärs an.

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